ADAC-Präsident Meyer: „Sperenzchen lassen wir jetzt grundsätzlich bleiben“

 München – ADAC-Präsident Peter Meyer will mit der Rückbesinnung auf die eigene Kernkompetenz das ramponierte Image des Clubs wieder aufbauen. „Was sind unsere Stärken? Die wollen wir sauber und ordentlich für das Mitglied einsetzen. Sperenzchen lassen wir jetzt grundsätzlich bleiben“, kündigte Meyer in einem am Mittwoch dieser Woche geführten Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche an. „Wir überlegen uns bei jedem Test, jedem Index, ob er zu unserem Markenkern gehört. Wenn er nur eine Pressemitteilung wert ist, lassen wir ihn weg“, sagte Meyer weiter. Auch bei politischen Diskussionen wolle der Club künftig vorsichtiger agieren. „Wenn wir in Zukunft Position beziehen, dann werden wir zunächst durch ein anerkanntes Institut unsere Mitglieder befragen. Das Ergebnis dieser Umfrage, zertifiziert und bestätigt, das ist dann die Position des ADAC, weil sie eine Mehrheitsposition ist“, betonte Meyer.

Meyer stärkte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair nach seinem missglückten Auftritt beim ´Gelben Engel´ demonstrativ den Rücken: „Er hat bisher gute Arbeit geleistet. Es war eine verbale Entgleisung, aber da sollte man auch mal eine Entschuldigung akzeptieren. Als ADAC-Präsident möchte ich auf die gute Arbeit von Obermair, die er jahrelang geleistet hat, nicht verzichten.“ Die föderale Struktur des ADAC mit seinen Regionalclubs werde auf jeden Fall beibehalten. „Eine Veränderung wird mit Sicherheit sein, dass ich einen Ombudsmann für die Mitarbeiter berufe.“ Damit sollen Klagen wie die über den Führungsstil des wegen der Zahlenmanipulationen zurückgetretenen Pressechefs Michael Ramstetter früher Gehör finden.
Meyer sagte zudem, er werde keinen „Suchtrupp“ aufstellen, um die „Maulwürfe“ zu identifizieren, die Informationen über die Manipulation beim `Gelben Engel` nach außen getragen haben.

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