Autobranche für Freihandelsabkommen mit den USA

 München – Die deutsche Autobranche sieht große Chancen im Freihandelsabkommen der EU mit der USA und befürchtet eine negative Diskussion über den geplanten Vertrag. Das ergab eine Umfrage der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

„Leider hat schon eine öffentliche Debatte begonnen, die vielfach nur auf Chlorhühnchen und Gengemüse reduziert ist. Das Stimmungsbild ist in Deutschland zur Zeit eher schädlich“, sagte Arndt G. Kirchhoff, Chef von Kirchhoff Automotive, dem Blatt.

Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes verwies auf eine Studie, wonach für die europäische Automobilbranche durch Produktangleichungen Einsparungen von jährlich 11,5 Milliarden Euro machbar seien und sagte der Automobilwoche: „Schließlich werden 35 Prozent der weltweit verkauften Neuwagen in Europa und Nordamerika verkauft.“ Die Diskussion um befürchtete Absenkungen von europäischen Sozial- und Umweltstandards müsse man ernst nehmen, betonte Werner Struth, Bosch Geschäftsführer für die Region Amerika. Er fügte in der Zeitung aber hinzu: „Neben Zolleinsparungen wäre für Bosch vor allem eine Harmonisierung technischer Standards und Regulierungen wünschenswert“.

„Die Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen bieten die seit Jahrzehnten beste Möglichkeit, den US-Markt und die europäischen Märkte enger zu integrieren und Handelsbarrieren abzubauen“, sagte ein Daimler-Sprecher. Auch für
VDA-Präsident Matthias Wissmann wies in der Automobilwoche auf die Vorteile des Abkommens hin: „Zollabbau, Erleichterungen im Warenaustausch, die Anerkennung gegenseitiger technischer Vorschriften, all das spart Zeit und Geld. Allein die deutschen Automobilunternehmen zahlen pro Jahr über eine Milliarde Euro Zoll zwischen den USA und Europa.“ Kosten für nicht tarifäre Handelshemmnisse seien noch höher.

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