Autozulieferer wehren sich gegen Verdacht von Preisabsprachen

 Iserlohn – Die Automobilzulieferer in Deutschland wehren sich gegen den von der EU-Kommission geäußerten Verdacht von Preisabsprachen. „In der Öffentlichkeit ist durch die Äußerungen von EU-Kommissar Joaquin Almunia der Eindruck eines Generalverdachts entstanden. Das weisen wir zurück,“ sagte Arndt G. Kirchhoff, Geschäftsführender Gesellschafter von Kirchhoff Automotive und im Verband der Automobilindustrie (VDA) Vorsitzender der Herstellergruppe III (Teile und Zubehör), der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Almunia hatte erklärt: „Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich.“ Kirchhoff betonte, er befürworte alle erforderlichen Ermittlungen. „Aber man sollte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Preisabsprachen können passieren, wenn die Zahl der Marktteilnehmer begrenzt ist. Das ist aber in den meisten Bereichen der Automobilzulieferer-Branche nicht der Fall. Bei vielen Commodities wie Metallkonstruktionen oder Kunststoff-Spritzteilen gibt es hunderte, manchmal tausende von Wettbewerbern“, betonte Kirchhoff, gegen dessen Unternehmen nicht ermittelt werde.

Der VDA arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um mögliche Verstöße gegen Kartellrecht aufzuklären, betonte Kirchhoff. „Wir wollen eine saubere Branche sein und halten uns an alle rechtlichen Auflagen. Es gibt aber offenbar ein paar schwarze Schafe, und für diese Fälle gibt es Gesetze.“
Eine umfassende Aufklärung liege auch im Interesse der Automobilzulieferer, betonte Kirchhoff. „Schließlich wollen auch wir nicht hinters Licht geführt werden. Und wir wünschen uns einen funktionierenden Marktzugang, und zwar möglichst weltweit.“

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