Betriebsräte fürchten um Jobs in BMW-Niederlassungen

 München – Der Münchner Autohersteller BMW besetzt nach Darstellung der Betriebsräte in seinen Niederlassungen zahlreiche Arbeitsplätze mit Fremdfirmen. „BMW stockt nur noch bei Verkäufern auf, weil die Geld bringen“, zitiert die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche einen Arbeitnehmervertreter. Betroffen seien Jobs in der Zentrale, am Empfang und der Hausmeisterei. In der Niederlassung Leipzig plane BMW auch die Teile-Logistik an einen Fremdanbieter auszulagern. Drei betroffene Mitarbeiter wechselten in die passive Phase der Altersteilzeit. Laut Leipziger Betriebsratschef Christoph Richter verfolge BMW eine Strategie des schleichenden Stellenabbaus: „Da wird mal hier, mal da sukzessive eine Stelle abgebaut, um die Streitmasse zu verringern.“

Nach Informationen der Automobilwoche wird der neue BMW-Vertriebschef Deutschland, Roland Krüger, am kommenden Donnerstag seine Niederlassungsstrategie vorstellen. Eine Reduzierung der Anzahl der Niederlassungen sei „reine Spekulation“, auch gebe es keine Pläne, „das Stammpersonal zu reduzieren“, teilte der Hersteller im Vorfeld mit. Insgesamt beschäftigt BMW in seinen 18 Niederlassungen rund 6.500 Mitarbeiter.

BMW kämpft seit Jahren mit der mangelnden Rentabilität der eigenen Verkaufshäuser. Im Interview mit der Automobilwoche sagte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft: „Tatsächlich ist es so, dass Niederlassungen häufig weniger profitabel sind als freie Händler. Niederlassungen gehören zum Konzern und haben deshalb höhere Kosten – etwa für Erfolgsbeteiligungen oder die betriebliche Altersvorsorge“.

Laut Norbert Zaja, Betriebsratschef der Niederlassung München, kostet ein Verkäufer der Niederlassung pro Jahr zwei bis drei Monatsgehälter mehr als sein Kollege im Handel. Zudem hätten die Beschäftigten anderer Autohäuser oft keine 36-Stunden-Woche wie in den Niederlassungen, sondern arbeiteten 40 bis 44 Stunden.

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