Brennstoffzellen-Entwicklung im VW-Konzern exklusiv bei Audi

Der VW-Konzern siedelt seine Brennstoffzellen-Entwicklung exklusiv bei der Tochter Audi in Neckarsulm an. „Seit Januar liegt die Lead-Kompetenz für den Brennstoffzellen-Antrieb innerhalb des Konzerns bei Audi“, sagte der neue Audi-Entwicklungschef Stefan Knirsch im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

Dazu gibt es im Konzern einen Vorstandsbeschluss. Die Muttermarke Volkswagen hat demnach das Nachsehen im wichtigen Forschungsbereich. Der VW-Betriebsrat wolle die Entscheidung so nicht hinnehmen, heißt es in Konzernkreisen.

Audis Chefentwickler bezeichnete neben dem hohen Preis die fehlende Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge als „große Hürde“: „Vor 2020 sehe ich keine halbwegs ausreichende Versorgung mit Wasserstoff-Tankstellen. Zudem sollte, damit ein Brennstoffzellenfahrzeug CO2-neutral unterwegs ist, der Wasserstoff regenerativ hergestellt werden. Wir arbeiten daran.“

Audi hatte in Detroit im Januar seine Studie h-tron Quattro mit Brennstoffzelle vorgestellt. Der A7 h‑tron laufe vielversprechend im Alltagstest, betonte Knirsch. Unterdessen bietet Toyota seine Brennstoffzellenlimousine Mirai bereits im Handel an.

Auf die Dauer der Laufzeit von Plug-in-Modellen wollte sich der Audi-Manager nicht festlegen. Der A3 und Q7 werden auch als Plug-in-Hybride angeboten, weitere Modelle sollen folgen. „Doch wie lange der Plug-in-Hybrid Bestand haben wird, wissen wir heute nicht. Das hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab“, unterstrich Knirsch. „Dazu zählen gesetzliche Rahmenbedingungen, Kraftstoffpreise, steuerliche Vergünstigungen, Kaufpreise und Infrastruktur.“

Stefan Knirsch ist seit Januar Chefentwickler von Audi und folgte auf Ulrich Hackenberg.

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