Category Archives: Auto

13Feb/09

Bosch gegen Rettungsschirm für Schaeffler, VW dafür

Offiziell wollte sich Bosch zu dem Thema nicht äußern. Geschäftsführer Franz Fehrenbach hatte am Dienstagabend in Stuttgart zum Thema Staatshilfen im Allgemeinen gesagt: „Der Staat darf nicht zum Reparaturbetrieb der Wirtschaft werden.“ Wenn der Staat angeschlagenen Unternehmen helfe, benachteilige das die gesunden Unternehmen. Fehrenbach: „Einen Rettungsschirm für einzelne Unternehmen sehe ich als einen zu massiven Eingriff des Staates.“ Bosch hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Übernahmen aus eigener Kraft finanziert.

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hingegen befürwortet einen Rettungsplan für Schaeffler: „Wir haben ein Interesse daran, dass uns Continental und Schaeffler als Lieferanten erhalten bleiben“, sagte Winterkorn am Rande der Eröffnung des neuen Porsche-Museums in Stuttgart der Automobilwoche. Staatshilfen für seine Wettbewerber lehnt der VW-Chef dagegen ab: „Das ist nicht gut für den Wettbewerb, was da passiert“, sagte Winterkorn zu den angekündigten Milliardenhilfen des französischen Staates für Renault und Nissan. Das bedeute aber nicht, so Winterkorn, dass auch VW solche Hilfen wolle.

13Feb/09

BMW senkt den CO2-Ausstoß

BMW hat weltweit bereits mehr als eine Million Fahrzeuge mit Efficient Dynamics verkauft. Damit ist es dem Unternehmen gelungen, sogar in Märkten mit strenger CO2-Steuer wie Frankreich Marktanteile zu gewinnen. Aktuell sind bei BMW 22 Fahrzeuge im Angebot, die höchstens 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Nach den Vorgaben der EU-Kommission muss der Konzern, einschließlich Mini, ab 2012 mit 65 Prozent seiner Autos einen Durchschnittswert von 137 Gramm CO2 erreichen. Bis 2015 muss die gesamte Flotte diesen Wert aufweisen, oder es werden Strafzahlungen fällig. BMW hat das Ziel, solche Zahlungen an die EU zu vermeiden.

13Feb/09

Bosch will verstärkt in Asien und Amerika einkaufen

Im Jahr 2007 betrug das gesamte Einkaufsvolumen im Konzern 24 Milliarden Euro. Bei der Vergabe von Aufträgen gelten auch in Schwellenländern besondere Standards wie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie allgemeine Umweltauflagen. Derzeit erweitert Bosch zudem die weltweite Compliance-Organisation um ein Gremium in der Zentrale und um regionale Ansprechpartner.

13Feb/09

Abwrackprämie lässt Autoindustrie hoffen

Opel-Chef Hans Demant hob die Bedeutung der Abwrackprämie für den Handel hervor: „Denn die Händler brauchen damit keinen Gebrauchtwagen in Zahlung zu nehmen“. Der hohe Gebrauchtwagenbestand sei ein Grund für viele Händler-Insolvenzen. Zugleich kündigte Demant in der Automobilwoche weiter an: „Wir arbeiten derzeit an attraktiven Finanzierungsangeboten, in die die Abwrackprämie eingearbeitet ist.“

Große Zuversicht herrschte ebenfalls unter den befragten Importeuren. So rechnet etwa Peugeot-Deutschland-Vertriebschef Laurent Pernet damit, dass die Prämie „insbesondere im Kleinwagenbereich und in der Kompaktklasse Absatzimpulse bringen wird, von denen auch Peugeot profitieren kann.“ Zulieferer setzen ebenfalls auf die positive Wirkung der Prämie. Weil vor allem kleine Fahrzeuge nachgefragt würden, werde der Trend zu kleineren Motoren verstärkt, sagt Elring-Klinger-Vorstandschef Stefan Wolf. „Und dieser Trend nutzt uns“, so der Chef des Dichtungsspezialisten.

13Feb/09

Ifo-Institut: Abwrackprämie zwecklos für deutsche Autos

Zudem seien die Konsequenzen für das Image der deutschen Automobilindustrie „verheerend“, wenn ihre Autos zu Wegwerfprodukten stilisiert würden: „Bislang galten die deutschen Autos als Qualitätsprodukte, an denen man sehr lange seine Freude hat.“ Es gebe nach seiner Erkenntnis nur zwei Typen von Autokäufern, begründete Sinn seine Kritik: „Der eine Typ kauft Gebrauchtwagen und fährt sie bis zur Schrottreife, der andere kauft Neu- oder Jahreswagen und verkauft sie dann als Gebrauchtwagen. Keiner dieser beiden Typen wird auf die Abwrackprämie reagieren.“ Möglich sei, dass Besitzer alter Opels mit den staatlichen Zuschüssen Billigfahrzeuge wie den Renault Logan kauften. Damit werde aber nur Rumänen etwas geholfen.   

Der Forscher empfahl der Berliner Koalition, sich bei der Industriepolitik zurück zu halten: „Der Strukturwandel findet statt, Firmen kommen und gehen, Branchen ändern ihre Art der Produktion, verändern die Güter, die sie herstellen. Dieser Prozess des Strukturwandels geht den Staat nichts an.“ Strukturwandel finde immer in der Krise statt. „Die Nicht-Intervention des Staates ist der Grund dafür, dass das verarbeitende Gewerbe in Deutschland so stark ist. Wenn wir anfangen, Industriepolitik zu machen und Bereiche zu unterstützen, dann werden diese Bereiche ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, unterstrich Sinn. Das bedeute, dass die Beschäftigung zurückgehe. Kurzfristig werde man zwar in der Flaute Erfolge erzielen, langfristig aber führe dieser Weg nicht zum Erfolg, warnte Sinn mit Blick auf Wirtschaftsregulierungen in Frankreich.

Nach einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage unter 1.040 Bundesbürgern der Unternehmensberatung Ernst & Young werde die Abwrackprämie allem Anschein nach besonders im Kleinwagensegment die Verkäufe ankurbeln. 57 Prozent der potenziellen Käufer wollen sich demnach für einen verbrauchsarmen Kleinwagen für maximal 15.000 Euro entscheiden. Beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sorgt die staatliche Abwrackprämie seit Tagen für rege Nachfrage.