Daimler-Chef Zetsche ruft „Mercedes-Dekade“ aus

 Stuttgart – Daimler-Chef Dieter Zetsche ruft die kommenden Jahre als „Mercedes-Dekade“ aus und will ungeachtet wirtschaftlicher Turbulenzen den Führungsanspruch des Unternehmens untermauern. Das macht Zetsche in einem erneuten Brief an die Belegschaft klar, der Fachzeitschrift Automotive News Europe vorliegt: „Das erste Jahrzehnt nach dem 125. Geburtstag des Automobils wird unserer Industrie viele Neuerungen bringen. Wir sind exzellent darauf vorbereitet – und wir freuen uns, die nächste Dekade gemeinsam mit Ihnen zu einer „Mercedes-Dekade“ zu machen“, so Zetsche in dem Schreiben, das von ihm selbst und den übrigen Mercedes Benz-Cars-Vorstandsmitgliedern unterzeichnet ist.

„Auch in Zukunft müssen wir mit kurz- bis mittelfristigen Marktschwankungen rechnen. So spricht manches dafür, dass sich einige Märkte in den kommenden Monaten abschwächen könnten – auf diese Möglichkeit sind wir eingestellt“, verspricht Zetsche. Der entscheidende Punkt sei, dass das Unternehmen mit „Mercedes-Benz 2020“ über eine Langfriststrategie verfüge: „Ihr Planungshorizont ist nicht das nächste Quartal, sondern das gesamte Jahrzehnt – und hier sind sich die Experten einig: Bis 2020 wird die globale Automobilnachfrage deutlich schneller wachsen als die Weltwirtschaft insgesamt.“

Zetsche präzisiert in dem Brief die Produktoffensive: „In den kommenden vier Jahren werden wir unsere Produktpalette um zehn zusätzliche Modelle erweitern. (…) Wir werden am oberen Ende des Modellspektrums wachsen, beispielsweise mit zusätzlichen Varianten der nächsten S-Klasse, einem weiteren SUV, aber auch mit Modellen wie dem CLS Shooting Break.“ Nach Informationen von Automotive News Europe handelt es sich bei dem zusätzlichen SUV um die Coupé-Variante der M-Klasse namens MLC, die 2015 auf den Markt kommen sollte. Bei der S-Klasse sind nach Informationen des Magazins unter anderem ein Cabrio nach Vorbild der Studie Ocean Drive in Planung, die Mercedes auf der Detroit Motor Show 2007 präsentiert hatte.

Zugleich bekräftigte die Konzernspitze die das Ziel, bis „spätestens bis zum Ende dieses Jahrzehnts auch beim Absatz die Nummer Eins im Premium-Segment sein. (…) In Summe wollen wir bereits 2014 – ein Jahr früher als bisher geplant – das Etappenziel von 1,5 Millionen verkauften Mercedes-Benz Pkw erreichen. 2015 sollen es dann 1,6 Millionen sein“, heißt es in dem Brief weiter. Allerdings werde „bewusst“ keine Absatzzahl für 2020 genannt: „Eine so langfristige Prognose wäre nicht belastbar und ein Wettstreit nach dem Motto „Wer bietet mehr?“ erst recht nicht seriös“. Daher wählte das Mercedes-Management eine andere Formulierung: „Was immer gegen Ende des Jahrzehnts die relevante Absatzzahl sein wird, wir wollen auch hier den Spitzenplatz.“

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