Daimler favorisiert Magna als MBtech-Partner

 Sindelfingen – Bei der Suche nach einem Investor für die Engineering-Tochter MBtech setzt Daimler auf den kanadisch-österreichischen Zulieferkonzern Magna. „Der Trend geht zu Magna, aber Daimler muss die Braut noch schmücken“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Die Geschäftsführung von MBtech favorisiere allerdings den französischen Personaldienstleister Akka, bestätigte ein weiterer Insider.

Nach Informationen der Automobilwoche pokert Magna in den Verhandlungen mit Daimler um die Garantie möglichst vieler Entwicklungsaufträge zur Auslastung der Kapazitäten. Als Stolperstein könnte sich auch das Testgelände in Papenburg erweisen, das nach Einschätzung mehrerer Experten kaum wirtschaftlich zu betreiben ist. Dazu komme ein hoher Investitionsbedarf, um MBtech, das organisatorisch und infrastrukturell eng mit Daimler verwoben ist, auf eigene Füße zu stellen. „Mit der heutigen Ausrichtung ist das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig“, betonen Experten. Schätzungen zufolge könnte der Preis für den Mehrheitsanteil an der renditeschwachen MBtech zwischen 150 bis 200 Millionen Euro liegen. Deshalb gilt der Akka-Konzern mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro bei Daimler als zu schwach und damit zweite Wahl.

Mit der Übernahme von MBtech würde Magna mindestens zur Nummer zwei im Engineering-Markt. Je nach Geschäftsverlauf könnte der Zulieferkonzern sogar am Marktführer AVL vorbeiziehen. Daimler hingegen will die kommerziell bislang enttäuschende Engineering-Tochter neu ausrichten. MBtech ist mit weltweit 2.900 Mitarbeitern und einem Umsatz von 300 Millionen Euro fast ausschließlich für den Mutterkonzern tätig. Deshalb soll ein strategische Partner die Mehrheit und unternehmerische Führung übernehmen. Daimler will langfristig einen Minderheitsanteil behalten.

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