Federal-Mogul verhandelt europaweit über Kurzarbeit

 Wiesbaden – Der auf Motorkomponenten spezialisierte US-Zulieferer Federal-Mogul verhandelt derzeit über Kurzarbeit. In seinen 13 deutschen Werken beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 7000 Mitarbeiter. „Wir sind in unseren europäischen Werken einschließlich Deutschland mit den Gewerkschaften und Betriebsräten darüber in Diskussionen“, sagte Vorstandschef Jürgen Jückstock der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

Allerdings sieht er die Verhandlungen eher als Vorsichtsmaßnahme: „Wir wollen die Vereinbarungen zur Kurzarbeit in der Schublade haben, für den Fall, dass es notwendig wird.“ Dagegen will Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart auf Kurzarbeit verzichten. Er sagte der Automobilwoche: „Bisher sehen wir keine Notwendigkeit, derlei Schritte einzuleiten. Das Jahr 2012 dürfte keine nennenswerten Überraschungen mehr bringen.“

Federal-Mogul habe in fast allen westeuropäischen Werken seit der Krise 2008 hoch variable Arbeitszeitmodelle aufgebaut. „Wir sind so flexibel aufgestellt, dass wir mit all diesen Werkzeugen einschließlich Kurzarbeit gut über die Rezession hinwegkommen, ohne dass wir das Stammpersonal angreifen müssen“, betonte Jückstock.

Das Unternehmen rechnet auch im kommenden Jahr mit einem Abschwung im Nutzfahrzeugmarkt, schwierig werde dabei vor allem das erste Halbjahr. „Langfristig sehen wir die Entwicklung aber positiv“, sagt Jückstock. Das betreffe sowohl Europa und Asien als auch Amerika. Insbesondere im Motorenbereich sei die Minimierung von Emissionen ein wesentlicher Technologie- und Wachstumstreiber.

Federal-Mogul erwirtschaftet rund einen Drittel des Umsatzes von 6,9 Milliarden Dollar (2011) im Bereich Nutzfahrzeuge.

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