Magazin: Fünf vor zwölf für die Pflege in Deutschland

 Deutschland droht angesichts der älter werdenden Gesellschaft ein massiver Pflegenotstand. Zum einen mangelt es an einem nachhaltigen Finanzierungskonzept, zum anderen fehlen die Fachkräfte.

Dem will die Bundesregierung entgegen wirken – bis 2017 soll das Leistungsvolumen in der Pflegeversicherung um insgesamt 20 Prozent erhöht werden. Mehr dazu jetzt.

Beitrag:

Die Leistungen in der Pflegeversicherung aufzustocken und deren Kombinierbarkeit auszuweiten, ist ja richtig, sagt Siegfried Gänsler, Vorstandsvorsitzender der Schwenninger Krankenkasse. Die Pflegeversicherung sei jedoch kein Rundum-Sorglos-Paket, warnt der Kassen-Chef vor einem Trugschluss::

O-Ton: Die Pflegeversicherung heute ist eine Teilkaskoversicherung. Wir als Schwenninger kritisieren, dass die Flexibilisierung der Leistungen bei den Versicherten zu mehr Verwirrung führt – dahingehend, dass sie überfordert sind mit der Situation, welche Leistungen man woher beziehen kann. Das ist das eine. Und das zweite ist, dass die Finanzierung in Summe nicht nachhaltig genug ist. – Länge 21 sec.

Für die Bundesregierung verspricht Staatssekretär Karl-Josef Laumann Verbesserungen bei der Pflege. So soll das jetzige/bestehende Notensystem mangels Erfolg wieder abgeschafft werden. Die frei werdende Zeit – Kritiker sprechen von bis zu 30 Prozent – könnten Pflegekräfte dann besser nutzen, für ihre eigentliche Aufgabe – die Pflege! Ein neues Bewertungssystem ist aber noch nicht in Sicht, sagt Laumann, nennt aber schon mal die Kriterien dafür – erste Vorschläge dafür will die Regierung in Kürze vorlegen.

O-Ton: Ich glaube, dass man am Ende nicht Einzelpunkte bewerten muss, wie wir das heute tun, sondern dass wir im Grunde zu einer Beurteilung der Ergebnisqualität kommen müssen. – Länge 10 sec.

Und Blüten, wie die fehlende Angabe der Zahnpasta-Marke in Bewertungsbögen, werden damit endgültig der Vergangenheit angehören, hoffen Experten. Wenn die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 auf 4,5 Millionen steigt, dann steigt auch der Bedarf an Voll- und Teilzeitbeschäftigten in der Pflege. Voraussichtlich auf bis zu 2,1 Millionen. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste:

O-Ton: Wir brauchen in den Ländern verbesserte Personalschlüssel, also mehr Personal. Pflegekräfte sollten auch besser verdienen. D.h. Es werden weitere Kosten auf die Gesellschaft zukommen. Und darauf müssen wir uns einstellen, ohne das wird es nicht gehen. – Länge 15 sec.

Und damit wird die Forderung, die Pflegeversicherung nicht als Rundum-Sorglos-Paket zu sehen, aktueller denn je. Mehr dazu unter die-schwenninger.de.

Absage.

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