Magazin: Wirtschaft kritisiert Koalitionsvertrag

 Der Koalitionsvertrag in Berlin ist unterschrieben. Zwar müssen die Genossen noch extra darüber abstimmen, aber Union und SPD sind angesichts ihres 180 Seiten starken Papiers zufrieden. Bei der Wirtschaft hält sich die Freude über die Einigung aber in Grenzen. Mehr dazu jetzt.

Beitrag:

Sven Kramer, Geschäftsführer der PEAG Personal GmbH, ist ein Mann der klaren Worte. Wie hat er den Koalitionsvertrag aufgenommen?

O-Ton: Mit Unverständnis. Weil Sachen geregelt wurden, die nicht geregelt werden mussten. – Länge 5 sec.

Beispiel Zeitarbeit. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Regulierung der Zeitarbeit sei völlig unnötig. Eine Woche vor der Bundestagswahl war der Flächentarifvertrag neu verhandelt worden:

O-Ton: Da ist die Unterschrift von allen Mitgliedsgewerkschaften des DGB drunter. Offensichtlich war man mit dieser Regelung sehr zufrieden. Darüber hinaus haben wir die Branchenzuschlagtarifverträge in allen relevanten Branchen vereinbart. Deswegen ist es mir völlig unverständlich, warum der Gesetzgeber hier aktiv werden will. – Länge 17 sec

Ähnliches gilt für die Fristen bei der Zeitarbeit. Künftig soll nach maximal 18 Monaten Schluss sein – Chefs werden gezwungen, sich von qualifizierten und im Vergleich zu Festangestellten gleichwertig bezahlten Arbeitnehmern zu trennen, sagt Sven Kramer.

O-Ton: Ich muss jetzt meinen Mitarbeitern sagen: Dein Einsatz ist beendet, obwohl der Kunde ihn gern behalten würde, obwohl der Mitarbeiter gern dort eingesetzt sein würde. Aber der Gesetzgeber sagt nein! Es kommt dann übrigens nicht dazu, dass die Mitarbeiter von den Kunden übernommen werden. Sondern die Leute werden abgemeldet, gehen zurück zum Zeitarbeitsunternehmen. Der hat das Problem, die Leute woanders einsetzen zu müssen und der Arbeitsplatz bei dem Kunden wird durch einen anderen Zeitarbeitnehmer besetzt! – Länge 27 sec.

Kramers Fazit: Das ist schlichtweg nicht zu Ende gedacht.

Absage.

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