O-Ton + Magazin: Ein Jahr Mindestlohn

Nach einem Jahr Mindestlohn profitiert rund jeder zweite Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe davon. Die Zahl der Minijobs sinkt, die der festen Beschäftigungen steigt. Dennoch: Laut Berechnungen für eine auskömmliche Rente im Alter sollte der Mindestlohns bei mindestens 11.50 Euro liegen.

Michaela Rosenberger, die Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung Gaststätten Genuss.

O-Ton: Da sind wir mit den 8,50 Euro noch wirklich weit entfernt, das sind drei Euro, die uns da trennen. Die Mindestlohnkommission wird eine Empfehlung für das Jahr 2017, für die erste Erhöhung, aussprechen. Die Mindestlohnkommission ist da aber auch sehr gebunden und hat da sehr klare Vorgaben, so dass es illusorisch ist zu glauben, dass wir jetzt schon die 11.50 Euro erreichen werden. Allerdings brauchen wir das als Zielgröße. – Länge 29 sec.

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Magazin: Ein Jahr Mindestlohn

Anmoderation: Der Mindestlohn ist jetzt ein Jahr alt – rund jeder zweite Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe profitiert davon. Und bei der Gewerkschaft NGG gibt es anlässlich dieser Bilanz noch einen weiteren Grund zur Freude: Vor der Einführung der unteren Lohngrenze von 8.50 Euro warnten viele Kritiker vor einem herben Rückschlag für die Marktwirtschaft. Eingetreten ist das Gegenteil: Die Zahl der Minijobs sinkt, die der festen Beschäftigungen steigt. Mehr dazu jetzt.

Beitrag.

O-Ton: Wir freuen uns nach wie vor, dass wir endlich den Mindestlohn haben. Er hatte ein Jahr lang Bewährungsprobe, und wir finden, das hat er hervorragend gemeistert. Er hat sich allen gestellt und hat die Kritiker mittlerweile auch sprachlos gemacht. – Länge 15 sec.

…sagt die Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung Gaststätten Genuss, Michaela Rosenberger. Für die Mitarbeiter hat der Mindestlohn viel verändert:

O-Ton: Zum einen diese Sicherheit: Sie wissen, sie bekommen mindestens 8.50. Egal, woher sie kommen. Egal, wer sie sind. Egal, was sie arbeiten. Die 8.50 Euro sind das Mindeste. – Länge 10 sec.

Zum anderen sind die Minijobs weniger geworden – zugunsten von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Dennoch sei noch nicht alles in Butter, so Michaela Rosenberger. Für die Zukunft wünscht sich die NGG-Chefin mehr Kontrollen direkt vor Ort:

O-Ton: Arbeitgeber müssen wissen, es lohnt sich nicht zu schummeln. Genau das ist auch der Schwachpunkt. Uns erreichen nach wie vor fast täglich Meldungen von Arbeitgebern, die versuchen, den Mindestlohn zu umgehen – und da sind sie unglaublich erfinderisch. – Länge 20 sec.

Mal werde Köchen ein sogenanntes Messergeld auferlegt, ein anderes Mal wird bei der Dauer der Arbeitszeit getrickst. Nicht hinnehmbar sind solche Fälle, die bis zur Anzeige konsequent verfolgt werden. Und: Der Mindestlohn muss bald steigen, laut Berechnungen für eine auskömmliche Rente im Alter sollten es mindestens 11.50 Euro sein. Das sei aber noch ein weiter Weg.

Absage.

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