Opel streicht Elektro-Junior aus der Planung

 Rüsselsheim – Entgegen den Ankündigungen von GM Europe President Nick Reilly und Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke wird Opel von seinem künftigen Einstiegsmodell Junior keine Elektroversion auf den Markt bringen und damit Modellen wie dem künftigen E-Up von Volkswagen kampflos das Feld überlassen. Nach Information der Fachzeitschrift Automotive News Europe wurde das Programm mit dem internen Namen „Junior BEV S-04404“ storniert. Das Blatt zitiert aus ihr vorliegenden internen Unterlagen, dass „der Junior BEV im Rahmen einer Portfolio-Überarbeitung aus dem Portfolio genommen“ wurde. Als Begründung für die Streichung wird „das zu hohe zusätzliche Investment“ angeführt.

Nach Informationen von Automotive News Europe will der Opel/Vauxhall Aufsichtsrat im November erneut über die Elektrostrategie der Marke beraten, die sich als besonders umweltfreundlich positionieren will. GM und Opel-Vauxhall verfolgen weiterhin eine alternative Antriebs-Strategie, die auf drei Säulen basiert: Elektro-, Range-Extender und Fuel Cell-Fahrzeuge.

Reilly hatte bereits im September 2010 angekündigt, dass der erste Opel-Vertreter von neuen reinen Batterie-Elektroautos „Anfang 2014 auf dem Markt sein wird – also ein Jahr nach dem Verkaufsstart unseres neuen Kleinwagens – und zwar mit der quasi identischen Karosserie.“ Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hatte noch im Mai dieses Jahres öffentlich angekündigt, dass der Elektro-Junior sogar schon Anfang 2013 kommen solle.

Die zweite Säule der Marke sind Elektroautos einem kleinen On-Board-Verbrennungsmotor, der sich bei Bedarf als Stromerzeuger automatisch zuschaltet und damit die Reichweite eines reinen Elektroautos erheblich verlängert. Mit dem Opel Ampera kommt Ende dieses Jahres ein Vertreter dieser Fahrzeuggattung in den Handel. Als dritte Säule kündigte Reilly für 2015 ein Opel-Modell mit Brennstoffzelle an.

Ein Opel-Sprecher sagt auf Anfrage von Automotive News Europe: „Wir werden ein reines Batteriefahrzeug auf den Markt bringen, aber den batteriebetriebenen „Junior“ wollen wir bis auf weiteres zurückstellen, zumal der „Junior“ auch für sich alleine schon genug Emotionen auslösen wird.“ Dies bedeute aber gleichzeitig, „dass die aktuellen Marktchancen reiner Batteriefahrzeuge genau zu analysieren sind“.

Opel sei „überzeugt, mit dem Ampera den Übergang in das Elektromobilitätszeitalter anführen zu können. Die kürzlich veröffentlichte Aral-Studie zum Thema Elektromobilität hat eindrucksvoll gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der Kunden eine Reichweite von weit über 300 km fordert. Der Ampera erfüllt dies mit über 500 km mit Bravour. Vor diesem Hintergrund wird Opel das Konzept der Reichweitenverlängerung erweitern, um unseren Wettbewerbsvorteil konsequent auszuspielen.“

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