Opel will noch mehr durch gemeinsamen Einkauf mit PSA sparen

Der kriselnde Autobauer Opel will durch den gemeinsamen Einkauf mit der französischen Konzernmutter PSA noch weiter auf die Kostenbremse treten als bisher bekannt. „Die größten positiven Effekte ergeben sich bei Modulen und Plattformkomponenten, die in allen Konzern-Modellreihen zum Einsatz kommen – so wie Motoren und Getriebe.

Auch beim indirekten Einkauf entstehen große Möglichkeiten, das zeigt beispielsweise die Bündelung des Mediavolumens innerhalb der Groupe PSA, die wir schon Ende vergangenen Jahres angekündigt haben“, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

Allein beim Mediavolumen würden bei gleichem Leistungsumfang 20 Millionen Euro eingespart, betonte Lohscheller. „Innerhalb der Groupe PSA erwarten wir insgesamt Synergieeffekte in Höhe von 1,1 Milliarden Euro bis 2020 und 1,7 Milliarden Euro bis 2026. Rund ein Drittel davon wollen wir im Einkauf realisieren“, kündigte der Opel-Manager an. Das gemeinsame Einkaufsvolumen in Europa liege bei fast 39 Milliarden Euro, daraus ergebe sich eine immense Summe mit entsprechendem Einsparpotenzial.

Lohscheller bekräftigte den Ausblick, wonach die Marge im Automobilgeschäft von zwei Prozent im Jahr 2020 erreicht sein soll, bis 2026 sollen es sechs Prozent sein. Zugleich soll der Gewinn je Auto steigen: „Wir wollen noch vor 2026 die Gewinnschwelle auf 800.000 Einheiten pro Jahr heruntergeschraubt haben. Aber selbstverständlich ist das nicht der Zielwert für die Fahrzeugverkäufe. Vielmehr wollen wir einen Schutzschild für das Unternehmen schaffen. In anspruchsvollen Zeiten wie diesen ist das enorm wichtig.“

Zugleich würden PSA und Opel schneller zusammenwachsen als erwartet. „So haben wir wichtige Konzernfunktionen wie Politik, Revision und Recht nun in einer Einheit gebündelt – im sogenannten „Generalsekretariat“ – und sind als Gesamtunternehmen damit noch schlagkräftiger“, betonte Lohscheller.

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