12Feb/09

TMD Friction sieht Insolvenz als Chance für Fusionen

Insolvenzverwalter Frank Kebekus sieht die Chance, das Unternehmen als Ganzes erhalten zu können: „Erste Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Banken verliefen positiv. Sie stehen zu TMD Friction.“
Das Geschäft mit Original-Ersatzteilen laufe derzeit stabil weiter und mache rund zwei Drittel der Umsätze von 690 Millionen Euro (2007) aus. „Bis Ende Januar haben wir auf jeden Fall von allen Produkten ausreichend Vorräte“, unterstrich Whitworth. Zu weiteren Konsequenzen bemerkte er: „In einer Insolvenz steht natürlich alles auf dem Prüfstand. Es ist aus meiner Sicht aber sehr unwahrscheinlich, dass wir Werke in Deutschland schließen werden.“

Entscheidend seien für den weltweit zweitgrößten Bremsbelägehersteller TMD mit insgesamt 2.000 Mitarbeitern in Deutschland nun die nächsten drei Monate: In zwei der vier deutschen Werke wurde bereits auf Kurzarbeit umgestellt, in einem dritten Werk startet sie in wenigen Tagen. Nur im Leverkusener Stammwerk laufe die Produktion vorerst unverändert.
TMD Friction betreibt weltweit elf weitere Standorte mit nochmals 2.500 Mitarbeitern, die aber nicht unter die Insolvenz fallen. Neben einem massiven Nachfrageeinbruch beim Erstausrüster-Geschäft seit Ende September hatten TMD die teurer gewordenen Kreditversicherungen in die Bredouille gebracht.

12Feb/09

Neue E-Klasse von Mercedes deutlich sparsamer

Möglich wird die Reduzierung bei der E-Klasse einerseits durch völlig neue Motoren wie den Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer (M 271), der zum ersten Mal in der E-Klasse zum Einsatz kommt. Auf der Dieselseite erhält die Baureihe den leistungsstarken und sparsamen Vierzylinder OM 651, dessen Fertigung gerade angelaufen ist und der in einer Sonderedition bereits in der C-Klasse verbaut wird. Darüber hinaus hat Mercedes das völlig neue Fahrzeug zum ersten Mal konsequent in Richtung sparsamen Verbrauch entwickelt und dabei besonderen Wert auf eine optimierte Aerodynamik gelegt. Ebenfalls zum Einsatz kommen weitere Maßnahmen wie ein Start-Stopp-System und Kühlerjalousien ähnlich wie bei Efficient Dynamics von BMW. Das Fahrzeug mit dem internen Kürzel W212 soll ab März in den Handel gehen und wird in Detroit im Januar erstmals vorgestellt werden.

12Feb/09

Bis zu 80 Auto-Zulieferer akut von Pleite gefährdet

In diesem Zeitraum seien die Rückgänge bei den Abrufen erheblich gewesen, „aber die Fixkosten der Zulieferer bleiben erhalten. Da wird viel Geld fehlen, was zu einer Verschärfung der Krise führen wird.“ Auch in der Lieferkette von ZF seien einige Unternehmen akut von einer Insolvenz bedroht. Besondere Schwierigkeiten sieht Härter bei Zulieferern, die von Private-Equity-Firmen übernommen wurden und denen die Finanzinvestoren die Zinslast des Zukaufs aufgebürdet haben.

„In der Branche kursieren Namen von circa 80 Unternehmen, die akut insolvenzgefährdet sind“, betonte Zuliefererexperte Marcus Berret von der Unternehmensberatung Roland Berger in der Automobilwoche.

Mit Wagon Automotive, TMD Friction und Tedrive hatten innerhalb weniger Tage gleich drei Zulieferer-Unternehmen Insolvenz anmelden müssen.

12Feb/09

Tiefensee und Gabriel streiten über Dieselfilter

Bei diesen Autos sieht auch das Verkehrsministerium den Austausch als „umweltrechtlich zwingend geboten an“, schreibt Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, in seinem Bericht, der der Automobilwoche vorliegt. Denn diese rund 4.250 Autos könnten mit unrechtmäßig erworbener Plakette die Umweltzonen bis Ende 2009 befahren.
Der Großteil der insgesamt mehr als 40.000 betroffenen Fahrzeughalter soll nach Tiefensees Plänen jedoch die Förderung von 330 Euro und die Umweltplakette trotz Problemfilter behalten. „Umweltrechtswidrige Zustände drohen hier derzeit nicht“, heißt es im Bericht.
Dem widersprach Umweltstaatssekretär Matthias Machnig in einem Brief an das Verkehrsministerium energisch. Machnig wies darauf hin, dass durch den Filterskandal rund 16 Millionen Euro Steuervorteil zu Unrecht gewährt wurden. „Sowohl Gerechtigkeitserwägungen als auch fiskalische Interessen gebieten, über die Rückforderung der zu Unrecht gewährten Vorteile zu entscheiden“, fügte Machnig hinzu.

Unterdessen hat die FDP einen alternativen Lösungsvorschlag zum Filterstreit vorgelegt. Der liberale Verkehrsexperte Patrick Döring forderte in der Automobilwoche den Austausch aller Filter, für die es derzeit am Markt Ersatzsysteme gibt, bis zum 30. Juni 2009. Dann solle die Betriebserlaubnis entzogen werden, „um den Druck auf diejenigen Hersteller und Werkstätten zu erhöhen, die sich bisher nicht im Sinne der Kulanzregelung am Austausch unwirksamer Filter beteiligt haben“, sagt Döring. Sollte Filterhersteller GAT, von dem der weitaus größte Teil der Problemfilter produziert wurde, nicht für den Schaden aufkommen können und Insolvenz anmelden müssen, „dann muss eben der Bund dafür aufkommen, denn er hat die Betriebserlaubnis fälschlicherweise erteilt“, sagt Döring. Autofahrer, für deren Fahrzeug es keinen Ersatzfilter gibt, sollten laut Döring unbehelligt bleiben. Für den Streit zwischen Verkehrsministerium und Umweltministerium hat der FDP-Politiker kein Verständnis: „Beide Häuser sind zurzeit demokratisch geführt. Es sollte schon möglich sein, sich da zu einigen“, sagt Döring.