12Feb/09

Tiefensee und Gabriel streiten über Dieselfilter

Bei diesen Autos sieht auch das Verkehrsministerium den Austausch als „umweltrechtlich zwingend geboten an“, schreibt Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, in seinem Bericht, der der Automobilwoche vorliegt. Denn diese rund 4.250 Autos könnten mit unrechtmäßig erworbener Plakette die Umweltzonen bis Ende 2009 befahren.
Der Großteil der insgesamt mehr als 40.000 betroffenen Fahrzeughalter soll nach Tiefensees Plänen jedoch die Förderung von 330 Euro und die Umweltplakette trotz Problemfilter behalten. „Umweltrechtswidrige Zustände drohen hier derzeit nicht“, heißt es im Bericht.
Dem widersprach Umweltstaatssekretär Matthias Machnig in einem Brief an das Verkehrsministerium energisch. Machnig wies darauf hin, dass durch den Filterskandal rund 16 Millionen Euro Steuervorteil zu Unrecht gewährt wurden. „Sowohl Gerechtigkeitserwägungen als auch fiskalische Interessen gebieten, über die Rückforderung der zu Unrecht gewährten Vorteile zu entscheiden“, fügte Machnig hinzu.

Unterdessen hat die FDP einen alternativen Lösungsvorschlag zum Filterstreit vorgelegt. Der liberale Verkehrsexperte Patrick Döring forderte in der Automobilwoche den Austausch aller Filter, für die es derzeit am Markt Ersatzsysteme gibt, bis zum 30. Juni 2009. Dann solle die Betriebserlaubnis entzogen werden, „um den Druck auf diejenigen Hersteller und Werkstätten zu erhöhen, die sich bisher nicht im Sinne der Kulanzregelung am Austausch unwirksamer Filter beteiligt haben“, sagt Döring. Sollte Filterhersteller GAT, von dem der weitaus größte Teil der Problemfilter produziert wurde, nicht für den Schaden aufkommen können und Insolvenz anmelden müssen, „dann muss eben der Bund dafür aufkommen, denn er hat die Betriebserlaubnis fälschlicherweise erteilt“, sagt Döring. Autofahrer, für deren Fahrzeug es keinen Ersatzfilter gibt, sollten laut Döring unbehelligt bleiben. Für den Streit zwischen Verkehrsministerium und Umweltministerium hat der FDP-Politiker kein Verständnis: „Beide Häuser sind zurzeit demokratisch geführt. Es sollte schon möglich sein, sich da zu einigen“, sagt Döring.

12Feb/09

Winterkorn will VW-Führung auf Sparkurs einschwören

Vor dem Hintergrund der Autokrise auf bedeutsamen Absatzmärkten lässt Winterkorn unter anderem die Stückzahlprognosen für die VW-Werke in Chattanooga (USA), Pune (Indien) sowie Kaluga (Russland) nochmals überprüfen. Im Zuge des jüngst beschleunigten Trends zu kleineren Fahrzeugen und verbrauchsgünstigen Motoren werden zugleich zahlreiche Pkw-Projekte auf ihre Machbarkeit hin analysiert. „Derzeit wird intensiv die Frage diskutiert, welche Autos der Zukunft womöglich auf Eis gelegt oder ganz gestrichen werden sollten“, sagte ein VW-Insider der Zeitung. „Vor allem der anhaltende Verkaufserfolg des Tiguan sowie der gelungene Start des neuen Golf haben bei VW viele glauben lassen, dass es hier eine dauerhafte Sonderkonjunktur gibt“, betonte der Manager. „Die für die ganze Branche miesen November-Zahlen allerdings haben die Optimisten eines Schlechteren belehrt.“ Inzwischen herrsche in Wolfsburg die Auffassung vor, dass die Misere der Autowirtschaft in wichtigen Verkaufsregionen „deutlich bis ins Jahr 2010 hineinreichen wird“.

Bei dem Treffen von rund 2.000 Managern und Nachwuchsführungskräften in einer Halle der Messe Dresden will Winterkorn überdies seine Strategie „Mach 18 plus“ präzisieren, mit der Volkswagen auch im „deutlich verschärften Marktumfeld“ seine Wachstumsziele bis zum Jahr 2018 erreichen soll. Zugleich wird Volkswagen in Dresden intern den neuen Kleinwagen Polo enthüllen, der ab Mai 2009 ausgeliefert werden soll.

12Feb/09

Porsche präsentiert Panamera zuerst in China

In China hatte Porsche im Geschäftsjahr 2007/2008 insgesamt 8.190 Fahrzeuge absetzen können, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Auf vielen Stammmärkten hingegen, etwa in Europa, musste das Unternehmen deutliche Rückgänge hinnehmen. So fiel der Verkauf in Deutschland laut Porsche aufgrund der „Eintrübung des Konsumklimas“ und der „erhöhten Mehrwertsteuer“ um 5,4 Prozent auf 13.524 Einheiten zurück.

Vom Panamera, der im Spätsommer mit Benzinmotoren von 300 bis 500 PS in den Handel kommt, erhofft sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking „neue Marktchancen“ und eine „stärkere Präsenz“ in Regionen wie China und dem Mittleren Osten. Da Porsche den Anteil der Panamera-Wertschöpfung, der auf Deutschland entfällt, mit 70 Prozent beziffert und den Viersitzer mit dem Gütesiegel „Made in Germany“ bewerben will, verlangt Wiedeking für die Einführung jedoch auch ein Bekenntnis zum Standort Deutschland: Die Fahrpräsentation des vierten Modelltyps für die internationale Presse erfolgt im Juni auf deutschen Landstraßen und Autobahnen.

Am Verkaufsziel von 20.000 Panamera pro Jahr hält Porsche trotz der Autokrise fest. Bei der Vorlage der Bilanz für 2007/2008 allerdings schränkte Wiedeking ein: „Wir werden auf keinen Fall zu viel produzieren und unsinnige Sachen machen, da greife ich notfalls selbst ein.“ Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Porsche aufgrund der Beteiligung an VW vor Steuern mehr Konzernergebnis (8,57 Milliarden Euro) als Umsatz (7,47 Milliarden Euro) erzielt.

12Feb/09

Daimler drosselt Lkw-Produktion um 30 Prozent

Dank der hohen Flexibilität, die mit dem Betriebsrat erreicht wurde, stehe der weder Kurzarbeit noch ein Abbau der Stammbelegschaft zur Debatte: „Bis April haben wir überhaupt keine Probleme.“ Um der Flaute zu begegnen, hat Daum die für Wartungsarbeiten ohnehin geplante dreiwöchige Weihnachtspause nun um eine Woche verlängert. Darüber hinaus soll die Produktion auch in der Faschings- und Karwoche ruhen. Weitere einzelne Schließungstage können noch dazu kommen. „Die Zeitkonten der Mitarbeiter sind gut gefüllt. Davon können wir jetzt zehren“, so der Manager.

Das Mercedes-Benz-Werk im pfälzischen Wörth nahe Karlsruhe ist das weltgrößte Lkw-Werk überhaupt. Bis Ende November liefen dort 110.000 Fahrzeuge vom Band. Damit wird 2008 auf jeden Fall ein neuer Produktionsrekord erreicht. In der Hochphase im Sommer wurden täglich über 500 Fahrzeuge und Teilesätze, die in Montagewerke auf der ganzen Welt verschickt werden, gefertigt. Insgesamt beschäftigt Mercedes im Lkw-Bau in Wörth 12.000 Mitarbeiter.

12Feb/09

Automobilzulieferer attackieren Banken

Dazu sei der Rettungsschirm seitens der Bundesregierung ja gespannt worden, fügte Geißinger hinzu: „Die Gefahren einer Kreditklemme sind für viele kleinere und mittelständische Firmen, die über eine geringe Eigenkapitaldecke verfügen, geradezu existenziell.“ Die Politik müsse nach der Rettungsaktion für die Banken darauf achten, „dass die Kreditvergabe an die Industrie nicht zu hohen Hürden unterliegt und auch Landesbanken ihren Verpflichtungen nachkommen“, forderte der VDA-Vize. Sollten die Banken ihre starre Haltung bei der Kreditvergabe nicht aufgeben, werde „es sehr bald Insolvenzen geben, die wiederum massive Auswirkungen auch auf das Bankengeschäft haben werden.“

Dennoch sei vor dem Hintergrund der Anpassung von Kapazitäten die Verunsicherung in der Branche groß, sagte Geißinger und verglich die Situation mit dem Krisenjahr 1993: „Wir werden um eine Konsolidierung in der Zulieferbranche nicht herumkommen.“ Die Zulieferer erwarteten in der gegenwärtigen Situation ein Entgegenkommen der großen Fahrzeughersteller. „Es muss allen klar sein, dass wir in einem Boot sitzen“, betonte Geißinger. Es müsse „sehr sorgsam“ darauf geachtet werden, dass gesunde Zulieferer die Krise überstehen würden. „Dazu gehören faire Preise wie eine konstruktive Kommunikation über Plan- und Abrufzahlen zwischen Herstellern und Zulieferern.“

Geißinger, der zugleich Vizepräsident des VDA ist, sieht sein Unternehmen derzeit mit Produktions- und Umsatzrückgängen im Automobilgeschäft von bis zu 20 Prozent konfrontiert. „Erfreulicherweise verfügen wir über ein noch immer gut laufendes Industriegeschäft, in dem wir 40 Prozent der Umsätze generieren und wo wir auch 2009 weiter wachsen werden.“ Die getroffenen Maßnahmen wie Zeitkontenreduzierung, Abbau von Leih- und Zeitarbeit, Stillstandstage und Kostensenkungen reichten derzeit noch aus. „Dass wir Personalmaßnahmen vermeiden können, kann ich jedoch nicht versprechen. Es hängt davon ab, wie sich das erste Quartal 2009 anlässt“, sagte Geißinger.