13Feb/09

Ifo-Institut: Abwrackprämie zwecklos für deutsche Autos

Zudem seien die Konsequenzen für das Image der deutschen Automobilindustrie „verheerend“, wenn ihre Autos zu Wegwerfprodukten stilisiert würden: „Bislang galten die deutschen Autos als Qualitätsprodukte, an denen man sehr lange seine Freude hat.“ Es gebe nach seiner Erkenntnis nur zwei Typen von Autokäufern, begründete Sinn seine Kritik: „Der eine Typ kauft Gebrauchtwagen und fährt sie bis zur Schrottreife, der andere kauft Neu- oder Jahreswagen und verkauft sie dann als Gebrauchtwagen. Keiner dieser beiden Typen wird auf die Abwrackprämie reagieren.“ Möglich sei, dass Besitzer alter Opels mit den staatlichen Zuschüssen Billigfahrzeuge wie den Renault Logan kauften. Damit werde aber nur Rumänen etwas geholfen.   

Der Forscher empfahl der Berliner Koalition, sich bei der Industriepolitik zurück zu halten: „Der Strukturwandel findet statt, Firmen kommen und gehen, Branchen ändern ihre Art der Produktion, verändern die Güter, die sie herstellen. Dieser Prozess des Strukturwandels geht den Staat nichts an.“ Strukturwandel finde immer in der Krise statt. „Die Nicht-Intervention des Staates ist der Grund dafür, dass das verarbeitende Gewerbe in Deutschland so stark ist. Wenn wir anfangen, Industriepolitik zu machen und Bereiche zu unterstützen, dann werden diese Bereiche ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, unterstrich Sinn. Das bedeute, dass die Beschäftigung zurückgehe. Kurzfristig werde man zwar in der Flaute Erfolge erzielen, langfristig aber führe dieser Weg nicht zum Erfolg, warnte Sinn mit Blick auf Wirtschaftsregulierungen in Frankreich.

Nach einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage unter 1.040 Bundesbürgern der Unternehmensberatung Ernst & Young werde die Abwrackprämie allem Anschein nach besonders im Kleinwagensegment die Verkäufe ankurbeln. 57 Prozent der potenziellen Käufer wollen sich demnach für einen verbrauchsarmen Kleinwagen für maximal 15.000 Euro entscheiden. Beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sorgt die staatliche Abwrackprämie seit Tagen für rege Nachfrage.

13Feb/09

Audi trotzt der Krise

Das Timing dafür hänge natürlich auch von der Marktentwicklung ab, betonte Stadler: „Derzeit gibt es für den US-Markt, der einmal für 16 Millionen Einheiten pro Jahr gut war, Prognosen von elf bis 12,5 Millionen. Wenn wir dadurch in der Zeitachse um ein halbes Jahr nach hinten rutschen, werde ich nachts trotzdem ruhig schlafen.“ Sein Unternehmen und er persönlich blickten optimistisch nach vorn: „Ich werde als Automobilmanager nicht fürs Jammern bezahlt: Wir müssen uns der Situation stellen und wieder für Vertrauen und Zuversicht bei den Kunden in den Märkten sorgen.“
 
Insgesamt sieht sich das Unternehmen nach Stadlers Worten bei der Debatte um die Verbrauchs- und CO2-Reduzierung sehr gut aufgestellt: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren den durchschnittlichen CO2-Ausstoß unserer Autos um über sechs Prozent reduziert. Und in den nächsten drei Jahren werden wir die CO2-Emissionen unserer Flotte um ein Fünftel reduziert haben.“ Mit dem auf dem Pariser Autosalon vorgestellten „A4 TDI concept e“ habe Audi bereits die Umsetzung umweltschonender Technologien wie Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung kombiniert, dieses Konzeptfahrzeug liege bei 105 Gramm CO2 pro Kilometer.
Stadler kündigte für den Sommer den Serienstart eines Audi A4 an, „der auch mit unserem Start-Stopp-System ausgestattet ist. Dieses Programm wird dann sukzessive über alle unsere Baureihen ausgeweitet.“ Das beträfe alle wichtigen Volumenmodelle mit Audis Vierzylinder-TDI- und -TFSI-Motoren. Stadler: „Das System wird mittelfristig auch in Verbindung mit der S tronic-Automatik oder auch Sechszylindern zu haben sein.“

Stadler enthüllte erstmals Details zum künftigen neuen Leichtbau-Kleinwagen A2, der beim Kraftstoffsparen und Leichtbau eine Vorreiter-Rolle einnehmen soll: „Da werden wir sicherlich einen intelligenten Leichtbau sehen, zum Beispiel im Materialmix von Stahl und Aluminium“. Angedacht seien auch „kleinere Motoren und eine wegweisende Elektrifizierung“.

Der bereits entwickelte neue Kleinwagen A1 werde indes wie geplant im Werk Brüssel vom Band rollen, der Verkauf soll im Sommer kommenden Jahres starten, bestätigte Stadler. Zuerst würde hier ein coupehafter Dreitürer kommen, sei später auch eine Elektroversion denkbar, wenn die Lithium-Ionen-Batterietechnologie industriell verfügbar sei.
Auch am Engagement beim 24h-Motorsport-Rennen von Le Mans halte Audi trotz Wirtschafts- und Finanzkrise unverändert fest. „Wir starten 2009 mit einem neuen Rennwagen und einem noch effizienteren  Dieseltriebwerk. Wir treten in Le Mans an, um zu gewinnen. Die ersten Testergebnisse sind viel versprechend.“

13Feb/09

Verband kritisiert Umweltprämie

„Sinnvoller wäre es, Rechnungen für die Wartung älterer Fahrzeuge für Privatleute steuerlich absetzbar zu machen“, sagte Röhl dem Branchenblatt. Schließlich gäbe es auch bei der Wartung vielfältige Möglichkeiten, die Umweltfreundlichkeit zu steigern. Dazu gehöre die richtige Einstellung der Einspritzung oder die Erneuerung des Luftfilters. Mit einer steuerlichen Förderung der Wartungsarbeit ließe sich laut Röhl zudem auch die Schwarzarbeit eindämmen, die häufig zu schlecht gemachten Reparaturen führe. Mit der damit zusätzlich eingenommenen Mehrwertsteuer käme am Ende eventuell sogar ein Plus in der Gesamtbilanz heraus. „Die Förderung des ordnungsgemäßen Unterhalts wäre ökonomisch und ökologisch sinnvoller als die Umweltprämie für Neuwagen“, betonte Röhl in dem Automobilwoche-Gespräch.

13Feb/09

Ex-Daimler-Vorstand Bernhard zurück in Autoindustrie

Bernhard war nach dem Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler gemeinsam mit dem heutigen Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche nach Detroit gewechselt, um dort die Sanierung der angeschlagenen Chrysler-Sparte zu forcieren. Im November 2000 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG berufen und wurde Chief Operating Officer (CEO) der Chrysler Group. Dort kümmerte er sich um die Bereiche Kosten und Qualität und beteiligte sich zudem an der Entwicklung neuer Produkte für den US-Konzern. Von September 2002 bis Juli 2004 gehörte er als ordentliches Mitglied dem Vorstand von DaimlerChrysler an. Bernhard, der als Markenchef für Mercedes-Benz als Nachfolger von Jürgen Hubbert vorgesehen war, schied jedoch 2004 im Streit mit Jürgen Schrempp um die Beteiligung an Mitsubishi Motors bei DaimlerChrysler aus.
Im Februar 2005 wechselte er in den Vorstand des Volkswagen-Konzerns. Ab Mai 2005 leitete er auch die Markengruppe Volkswagen mit den angeschlossenen Marken Skoda, Bentley und Bugatti. Ende Januar 2007 verließ Bernhard den VW-Vorstand und wechselte als Berater zum US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management, der sich im Mai 2007 eine 80-Prozent-Mehrheit bei Chrysler gesichert hatte. Im Juli 2007 übernahm Bernhard als Cerberus-Vertreter den Vorsitz im Aufsichtsrat des Autoherstellers Chrysler, der zu den größten Kunden Magnas zählt. Im September 2008 schied Bernhard bei dem Finanzinvestor aus.

13Feb/09

Gasantrieb hängt Hybrid ab

Fahrzeuge mit Flüssiggasantrieb (LPG) kamen in der zweiten Jahreshälfte auf dreimal so viele Zulassungen wie Autos mit Hybridantrieb.
Nach Ansicht von Händlern werde sich dieser Trend besonders bei Autokäufern mit einer hohen jährlichen Fahrleistung trotz der gegenwärtig gesunkenen Benzinpreise fortsetzen. „Die Kunden sind der Meinung, dass die Benzinpreise über kurz oder lang wieder steigen werden“, sagte Anton Reich, Geschäftsführer des Mehrmarkenhauses Niedermair & Reich, der Zeitung.

Trotz der hohen Spritpreise 2008 gingen die Zulassungszahlen für die Hybridfahrzeuge von Toyota, Lexus und Honda laut Kraftfahrt-Bundesamt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark zurück. Während in den ersten elf Monaten 2007 noch 6.764 Hybridmodelle zugelassen wurden, waren es bis November 2008, dem aktuellsten Stand der Auswertung, nur 5.892 – ein Rückgang um 12,9 Prozent. Hans-Jürgen Persy, Geschäftsführer der Löhr-Gruppe, einer der größten deutschen VW-Händler, sieht den Hybrid-Absatz „immer noch unter dem erwarteten Niveau, insbesondere im Hinblick auf die hohe Aufmerksamkeit, die Produkten von Toyota und Lexus in der Klimadiskussion zukam“.