Reifenbranche erwartet 2011 „mehrere Preisrunden“

Neben Öl legen die Preise unter anderem auch bei Naturkautschuk drastisch zu

Bonn – Trotz optimistischer Konjunkturaussichten rechnet die Reifenbranche für 2011 mit erheblichen Geschäftsrisiken und steigenden Verbraucherpreisen. „Reifenkäufer werden sich in diesem Jahr auf mehrere Preisrunden einstellen müssen“, sagte Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), Bonn, der Automobilwoche. Auch angesichts anziehender Rohölpreise seien keine verlässlichen Prognosen möglich. Sollten die Unruhen in der arabischen Welt anhalten, könnte dies die ganze Branche empfindlich treffen, prognostizierte Drechsler. So sei eine Verknappung wichtiger Rohstoffe nicht auszuschließen: „Das könnte dramatische Folgen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Reifengeschäft haben, da die vorhandenen Kapazitäten dann nicht mehr vernünftig ausgelastet wären“.

Neben Öl sind auch die Kosten anderer Rohstoffe erheblich gestiegen: „Naturkautschuk etwa ist seit Oktober um rund 40 Prozent teurer geworden“, sagte Goodyear-Manager Marc Junio im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung. BRV-Chef Drechsler blickt mit einer gewissen Skepsis in die Zukunft: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland lassen eigentlich ein gutes Jahr im Reifengeschäft erwarten – aber wir sind nun mal nicht allein auf dieser Welt“.

 

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