Schaeffler-Vorstandschef Geißinger: Tarifabschluss kostet Flexibilität

 Herzogenaurach – Nach der erstmaligen Übernahme des Flächentarifvertrags mit der IG Metall beklagt Schaeffler-Vorstandschef Jürgen M. Geißinger die Konditionen der Vereinbarung. „Materiell stellt uns der hohe Tarifabschluss schon vor große Herausforderungen, die es künftig wiederum mittels weiterer Produktivitätssteigerungen zu kompensieren gilt“. Das sagte der Manager im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Ein weiteres Thema sind die Leiharbeiter: Wir verlieren mit der neuen Regelung wieder ein Stück unserer Flexibilität. Und wir haben in Deutschland ohnehin kaum noch Flexibilität.“

Für seine rund 11.000 Mitarbeiter in Herzogenaurach, Hirschaid und Höchstadt hat Schaeffler erstmals den Tarifabschluss in der Metall und Elektrobranche übernommen. Zugleich ist das Unternehmen jetzt Mitglied des bayerischen Metall-Arbeitgeberverbands. Vorstandschef Jürgen M. Geißinger befürchtet: „Die automatische Übernahme von Auszubildenden kann in manchen Unternehmen dazu führen, dass weniger ausgebildet wird. Bei Schaeffler ist stets – auch durch unser fortwährendes Wachstum – ein großer Bedarf an Auszubildenden vorhanden. Dementsprechend haben wir immer nach Bedarf ausgebildet und die Auszubildenden dann auch anschließend übernommen. Lediglich ein geringer Prozentsatz der jungen Mitarbeiter erhielt nach der Ausbildung einen befristeten Vertrag.“

Schaeffler beschäftigt weltweit an 180 Standorten über 74.000 Mitarbeiter. Der weltweite Umsatz betrug im Jahr 2011 rund 10,7 Milliarden Euro.

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