Tag Archives: Auto

23Jul/11

BMW: Ludwig Willisch wird im Oktober neuer USA-Chef

 München – Der langjährige BMW-Manager Ludwig Willisch (54) übernimmt nach Informationen der Fachzeitschrift Automotive News Europe ab 1. Oktober das Amerika-Geschäft des Münchner Autobauers und löst Jim O’Donnell (61) ab. Der künftige CEO von BMW USA hatte bislang unter anderem die Leitung der Vertriebsregionen Europa und Japan der BMW Group inne. Der aus Schottland stammende O’Donnell hatte die US-Geschäfte von BMW seit Juli 2008 geleitet und geht nun in Rente.

Willisch hatte seine Karriere bei dem Münchner Autobauer 1996 als Leiter der Niederlassung in Düsseldorf gestartet. Später wurde er Leiter der Vertriebsgesellschaft in Deutschland, Japan und Schweden. Bis 2009 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH. Seit Mai 2009 ist Willisch Europa-Chef für BMW und Mini.

18Jul/11

BMW: Einkaufsvolumen wird proportional zum Absatz wachsen

 Vorstand Diess: Konsolidierung im Zuliefererbereich notwendig, zum Beispiel bei Gießereien und Alu-Anbietern

München – Mit steigenden Absatzzahlen erwartet BMW im Einkauf wachsende Ausgaben, die das Einkaufsvolumen von mehr als 28 Milliarden Euro im vergangenen Jahr übertreffen. „Wir wollen unsere Verkäufe auf mehr als zwei Millionen Fahrzeuge im Jahr 2020 steigern, damit wird auch das Einkaufsvolumen proportional wachsen“, sagte BMW-Einkaufsvorstand Herbert Diess der Fachzeitschrift Automotive News Europe.

Diess fügte hinzu, neben dem Volumen werde sich auch das zu beschaffende Material verändern: „Die Motoren benötigen weniger Zylinder. Daher werden wir einige Artikel kürzen. Und wir werden mehr von anderen Materialien brauchen, denn die Industrie ist mitten in einer riesigen Revolution – der Elektrifizierung des Automobils“. Diess sagte, mit SB LiMotive habe der Münchner Hersteller einen exklusiven Zulieferer für die Lithium-Ionen-Batterie des neuen BMW i an sich gebunden.

Insgesamt seien allerdings keine großen Veränderungen bei den Zulieferern zu erwarten: „Die BMW Gruppe hat 2.500 Partner für 75 Handelsgruppen. In 70 Gruppen haben wir die Strukturen eines Oligopols: sechs bis sieben Zulieferer teilen den Weltmarkt unter sich auf – mit Marktanteilen zwischen 70 und 90 Prozent“, skizzierte Diess. Diese Unternehmen setzen erfolgreich Synergien um, weitere Konsolidierungen könnten nur durch Zusammenschlüsse und Übernahmen erreicht werden.

Fünf Warengruppen dagegen bereiten BMW laut Diess „noch etwas Sorgen, denn der Markt ihrer Anbieter ist hoch zersplittert. Eine Konsolidierung steht noch an, zum Beispiel bei Blechen, Gießereien, Alu-Anbietern, einfachen Kunststoff-Interieurteilen und Gummi-Dichtungen.“ In diesen nicht-konsolidierten Feldern fehlt es laut Diess nicht nur die Skaleneffekte. „Auch das Risiko, dass Lieferketten wegbrechen könnten, ist viel höher.“ BMW begrüße hier eine Konsolidierung. Diess: „Durch eine Konsolidierung werden die Anbieter gestärkt und auch in eine bessere finanzielle Situation gebracht. Davon profitiert die Automobilindustrie insgesamt.“

Schon jetzt ist BMW nach Darstellung von Diess der größte Einkäufer von Aluminium: „Beispielsweise enthält der Fünfer 230 Kilo Aluminium und 720 Kilo Stahl. Beim Siebener sind es 300 Kilo Aluminium und 800 Kilo Stahl. Das nächste Thema bei der Gewichtsreduzierung wird Carbon sein. Das Verhältnis zwischen Gewicht und Festigkeit ist fünfmal so hoch wie bei Stahl. … Das einzige Problem: Die Kosten müssen runter, das wird aber dank der automatisierten Massenproduktion geschehen.“

25Jun/11

BayWa baut Autogeschäft aus

 München – Nach dem offiziellen Verkauf seiner Autohandelssparte vor zwei Jahren forciert der im MDAX gelistete Agrarkonzern BayWa nun offenbar wieder sein Kfz-Geschäft. Der Münchner Konzern erwirbt zum 1. Juli über seine hundertprozentige Tochter bhg Autohandelsgesellschaft eine Firma in Reutlingen, die bislang zur Wellergruppe gehörte, einem der größten deutschen Automobilhandelsunternehmen. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.
Zudem hat sich dem Blatt zufolge die BayWa nie völlig von dem Autogeschäft getrennt, obwohl Analysten stets einen Rückzug auf die Kernkompetenzen Agrar, Bau und Energie gefordert hatten. Über eine komplizierte Beteiligungsregelung blieb die Sparte als Finanzbeteiligung im Geschäftsbericht bestehen.

Vor zwei Jahren hatte die BayWa zwei Prozent ihrer AHG Autohandelsgesellschaft, die das Kfz-Geschäft bündelt, an die ZG Raiffeisen verkauft. 49 Prozent gingen an die deutsche Raiffeisen-Warenzentrale (DRWZ). Da die BayWa selbst mit 37,8 Prozent an der DRWZ beteiligt ist, werden ihr auch deren Anteile zugeschlagen, damit kommt sie auf 98 Prozent an der AHG.
Seit der offiziellen Lossagung haben sich die Autohäuser an insgesamt 29 Standorten bestens entwickelt. Mit 5.950 verkauften Neuwagen im Jahr 2010 rangieren sie auf Platz 29 der deutschen Händler. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 304 Millionen Euro, beim Ausstieg im August 2009 waren es 247 Millionen Euro. Nach dem Amtsantritt bei Europas größtem Agrarkonzern hatte BayWa-Chef Klaus Josef Lutz bereits einen Kfz-Umsatz von einer Milliarde Euro ins Spiel gebracht.

13Jun/11

BMW verschiebt Entscheidung über Serienproduktion des Mini Rocketman

 München – Nach Informationen der Automobilwoche verzögert sich die Entscheidung des BMW-Vorstandes über die Produktion des Smart-Herausforderers Mini Rocketman. Der Autohersteller steht demnach vor einem betriebswirtschaftlichen Problem: Als Serienfahrzeug müsste der Rocketman deutlich preiswerter angeboten werden als das bislang kleinste Modell Mini one. In der Produktion wäre die verkürzte Version aber kaum günstiger, schreibt die Branchen- und Wirtschaftszeitung unter Berufung auf das Management weiter. „Aus dem Rocketman einen profitablen Business-Case zu machen, wird nicht einfach“, zitiert das Blatt eine hochrangige Quelle. Hinzu komme, „dass wir zurzeit im Werk Oxford gar keine Kapazitäten frei haben“.

Der Hersteller hatte im März auf dem Genfer Autosalon den Rocketman präsentiert, der kaum länger ist als der Ur-Mini von 1959. Der „Mini-Mini“ misst 3,41 Meter und ist damit 30 Zentimeter kürzer als das aktuelle Modell.

BMW investiert derzeit weitere 500 Millionen Pfund in sein britisches Produktionsnetzwerk, um die Standorte auf die kommende Mini-Generation vorzubereiten. Neben Oxford zählen dazu das Presswerk Swindon und die Motorenfabrik Hams Hall. Seit dem Start der Mini-Produktion im Jahr 2000 hat BMW dort insgesamt 1,5 Milliarden Pfund investiert.

30Mai/11

Verwaltungsgebühren auch für „abgebrochene“ Abschleppmaßnahme

 Aachen/Berlin (DAV). Wenn ein falsch geparktes Fahrzeug abgeschleppt werden soll und der Fahrer kommt noch rechtzeitig dazu, muss er trotzdem neben Verwarnungsgeld und Abschleppkosten auch Verwaltungsgebühren bezahlen. Das berichten die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter Verweis auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Aachen vom 15. April 2011 (AZ: 7 K 2213/09).

Ein Autofahrer hatte sein Fahrzeug auf einem Sonderfahrstreifen für Omnibusse und Taxis verbotswidrig abgestellt. Ein Mitarbeiter der Stadt Aachen, der als Beifahrer im Wagen eines Abschleppunternehmens mitfuhr, veranlasste das Abschleppen des Fahrzeugs. Der Eigentümer erschien während des Abschleppvorgangs und beglich angefallene Abschleppkosten sowie das Verwarnungsgeld. Gegen die zusätzliche Erhebung von Verwaltungsgebühren in Höhe von 50 Euro klagte er jedoch. Seiner Meinung nach sei der Stadt kein besonderer Verwaltungsaufwand entstanden, denn diese lasse ja – eine Aachener Besonderheit – ihre Vollzugsbediensteten in den Fahrzeugen des Abschleppunternehmers mitfahren.

Die Richter entschieden, dass die Stadt für so genannte Leerfahrten, bei denen der Abschleppvorgang abgebrochen werde, dieselbe Gebühr wie für „normale“ Abschleppmaßnahmen erheben dürfe. Der entstehende durchschnittliche Verwaltungsaufwand unterscheide sich im Ergebnis bei beiden Maßnahmen nicht. Auch stehe die Praxis der Stadt, den Mitarbeiter vorsorglich im Abschleppwagen mitfahren zu lassen, nicht einer Gebührenerhebung entgegen. Der städtische Vollzugsbedienstete müsse in jedem Einzelfall aussteigen und kontrollieren, ob die Voraussetzungen für eine Abschleppmaßnahme vorlägen. Für den so entstehenden Aufwand dürfe eine Gebühr erhoben werden. Mit 50 Euro liege die Höhe der Gebühr im unteren Bereich des gesetzlich vorgegebenen Rahmens von 25 Euro bis 150 Euro.

Informationen: www.verkehrsrecht.de