Türkei: Deutsche Wirtschaft stellt Investitionen infrage

Mit Blick auf die Entwicklungen nach dem Putschversuch in der Türkei stellt die deutsche Wirtschaft weitere Investitionen infrage. „Wenn es keine rechtsstaatliche Ordnung in der Türkei gibt, können wir dort nicht investieren“, sagte Unternehmer Arndt Kirchhoff im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

Kirchhoff ist unter anderem Vizepräsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Präsidiums-Mitglied im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie Präsident des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen (Metall NRW). Sollte die Regierungspolitik in der Türkei immer autoritärer werden, stelle dies für die weitere wirtschaftliche Entwicklung erhebliche Hindernisse dar, warnte Kirchhoff. „Die deutsche Industrie ist eng mit der Türkei verbunden. In den vergangenen Jahren hat es zum Nutzen beider Seiten einen breiten wirtschaftlichen Aufschwung gegeben. Und hunderttausende tüchtige Türken haben in Deutschland zu freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern beigetragen. Es wäre tragisch, wenn all dies in wenigen Wochen aufs Spiel gesetzt würde.“

Mit Blick auf das eigene Unternehmen Kirchhoff Automotive sagte der Manager: „Wir können nicht in einem Staat arbeiten, der rechtsstaatliche Prinzipien dauerhaft außer Kraft setzt. Das müssen die Führer dieses Landes wissen.“ Kirchhoff Automotive betreibt mit rund 11.000 Mitarbeitern weltweit mehr als 50 Werke, darunter auch eines bei Istanbul.

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