Von der Leyen: 70 Prozent männliche Chefs – „Katastrophen sehen anders aus“

 Berlin – Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) macht zu wenig weibliche Vorbilder in den Führungsetagen der Industrie für das mangelnde Interesse von Frauen für technische Studiengänge verantwortlich. „Wer stellt sich schon an einer Schlange an, in der nichts vorwärts geht?“, sagte die CDU-Politikerin im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Zudem gebe es in „den unteren Hierarchieebenen technischer Unternehmen“ einen „ganz ordentlichen Frauenanteil“. Dieser Prozentsatz müsse so gefördert werden, „dass er auch in die Chefetage vorrückt.“

Die Wirtschaft müsse „die Zeichen der Zeit erkennen“, warb von der Leyen weiter für die Frauenquote: „Die fehlenden Karriere-Perspektiven für qualifizierte Frauen passen nicht zum steigenden Fachkräftemangel. “ Deutschland könne sich das nicht leisten, darum müssten die großen Unternehmen jetzt Farbe bekennen und sagen, wie sie verlässlich mehr Frauen an die Spitze bringen wollen. Die Ministerin verwies auf die Vorgaben der EU-Kommission, wonach bis März 2012 „überzeugende Fortschritte“ erreicht sein müssten. Falls die Wirtschaft bis dahin nicht handele, werde Brüssel verbindliche Vorgaben machen.

Von der Leyen trat Befürchtungen entgegen, wonach Männer künftig durch die Frauenquote benachteiligt würden. Sie wolle einen Anteil von 30 Prozent von weiblichen Führungskräften: „Bleiben ja immer noch 70 Prozent der Führungspositionen für Männer! Katastrophen sehen anders aus.“

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