Deutscher Anwaltstag: Fernsehübertragung aus dem Gerichtssaal – ja oder nein?

Über Live-Bilder aus dem Gerichtssaal wird in Deutschland schon länger gestritten. Denn: In einigen anderen Ländern ist das möglich, hierzulande aber nicht. Was bedeutet das für die Arbeit im Gericht? Für Anwälte oder für Journalisten?

Die Situation ist kompliziert: Bei großen Prozessen, wie beispielsweise dem NSU-Verfahren in München, ist der Andrang von Journalisten groß. Größer als Plätze im Gerichtssaal vorhanden sind. Um eine breite Öffentlichkeit dennoch informieren zu können, entschloss man sich zur Audioübertragung in einen anderen Saal. Damit standen mehr Plätze zu Verfügung. Allerdings: Wenn man nur die Stimmen hört, ist eine Beschreibung des Saales schwierig. Wie schaut der Angeklagte oder der Richter? Wie sieht es im Saal überhaupt aus? usw. Anette Ramelsberger hat für die Süddeutsche Zeitung das Verfahren begleitet und schilderte auf dem Deutschen Anwaltstag, der Pandemie-bedingt nur online stattfindet, ihre Erfahrungen:

Download O-Ton Anette Ramelsberger

Die fehlende Aufzeichnung ist auch für die Dokumentation nicht von Vorteil, monieren beispielsweise auch Historiker. Dagegen geben Juristen wie der Strafverteidiger Stefan Conen zu bedenken: Ein Urteil muss im Saal gefunden werden.

Download O-Ton Rechtsanwalt Stefan Conan

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