Magazinbeitrag + O-Ton: Geliebtentestament

Rechtsanwalt Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltauskunft:

O-Ton: Beim Testament ist es ja oft so, dass einem die Nächsten nicht gerade die Liebsten sind. Deshalb, wenn man andere begünstigen will, dann muss das auch wasserdicht sein. Deshalb sollte man sich im Zweifel auch beraten lassen und man sollte keine missverständlichen Formulierungen verwenden und es gibt auch sittenwidrige Testamente. Dies kann beispielsweise ein Geliebtentestament sein, wenn man alles der Geliebten, die man ein halbes Jahr vor dem Tod in einer Tabledance-Bar kennengelernt hat, wenn man der alles vermachen will, dann kann ein Testament schon mal sittenwidrig sein. – Länge 25 sec.

Den ganzen Fall dazu findet man bei der Deutschen Anwaltauskunft unter www.anwaltauskunft.de.

Magazin: Geliebtentestament nur ausnahmsweise sittenwidrig

Das Thema ist kompliziert, aber es beschäftigt die Gerichte immer wieder: Testamente. Und dann kann es schon mal vorkommen, dass ein Testament sittenwidrig ist – unter Umständen dann nämlich, wenn es die Geliebte ausschließlich für ihre Liebe begünstigt. Um solch einen Fall eines Geliebtentestaments geht es jetzt.

Beitrag:

Nächstenliebe ist ein schwieriger Begriff, weiß Rechtsanwalt Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltauskunft aus der langjährigen juristischen Praxis:

O-Ton: Beim Testament ist es ja oft so, dass einem die Nächsten nicht gerade die Liebsten sind. – Länge 5 sec

O-Ton: SFX

O-Ton: Deshalb, wenn man andere begünstigen will, dann muss das auch wasserdicht sein. Deshalb sollte man sich im Zweifel auch beraten lassen und man sollte keine missverständlichen Formulierungen verwenden und es gibt auch sittenwidrige Testamente. Dies kann beispielsweise ein Geliebtentestament sein, wenn man alles der Geliebten, die man ein halbes Jahr vor dem Tod in einer Tabledance-Bar kennengelernt hat, wenn man der alles vermachen will, dann kann ein Testament schon mal sittenwidrig sein. – Länge 25 sec.

In dem Fall lernte der Testamentschreiber 16 Jahre vor seinem Tod ein Liebesmädchen kennen und hatte seit dieser Zeit ein Verhältnis mit ihr. Vier Jahre vor seinem Tod zog er mit ihr zusammen und setzte sie in seinem Testament als Alleinerbin ein.

O-Ton: Tja! Ihm gehörte ein Anteil des von den ursprünglichen Eheleuten – ihm und seiner Frau – bewohnten Wohnhauses. Und die Frau wohnte noch da drin. Nun kam es wie es kommen musste: Die Geliebte erbte die Hälfte dieses Hauses. – Länge 10 sec.  

Nach Ansicht der Ehefrau sei das Testament sittenwidrig, weil nach dem Erbfall es wahrscheinlich sei, dass sie und die Geliebte sich nicht einigen könnten und die Teilungsversteigerung des Hauses drohe. Schließlich hatte die Frau nicht so viel Bares auf der hohen Kante flüssig, um die Geliebte auszuzahlen!

O-Ton: Diese Ansicht haben die Richter nicht geteilt. Sie haben gesagt, hier liegt kein sittenwidriges Testament vor. Die beiden haben länger zusammen gelebt. Sittenwidrigkeit liegt immer dann vor, wenn die Erbeinsetzung als ausschließliche Belohnung der geschlechtlichen Hingabe – schöne juristische Formulierung – und dies sei hier nicht der Fall. Es war eben nicht ausschließlich für die geschlechtliche Hingabe, sondern auch noch für das morgendliche Aufstehen und Frühstück machen. – Länge 25 sec.

Den ganzen Fall sowie den passenden Anwalt für das Erbrecht findet man bei der Deutschen Anwaltauskunft unter www.anwaltauskunft.de.

Absage.

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