Audi: Stadler präzisiert Eckpfeiler für „Strategie 2020“

 Absatzziele von 1,5 Millionen Fahrzeugen schon ein Jahr eher

Ingolstadt – Audi-Chef Rupert Stadler hat erstmals die neue „Strategie 2020“ offiziell und detailliert dargelegt. „Ermutigt durch unseren erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre wollen wir bis 2020 jährlich mehr als zwei Millionen Automobile verkaufen“, sagte Stadler im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Das ursprüngliche Ziel von 1,5 Millionen Einheiten für das Jahr 2015 soll laut Stadler bereits 2014 erreicht werden. Für dieses Jahr erwartet Stadler, „dass wir die Latte von 1,2 Millionen Verkäufen sauber überspringen werden und vielleicht noch etwas Luft ist.“ Audi sehe ein kontinuierliches Wachstum und will auch 2012 weiter wachsen. „Schließlich haben wir die zwei Millionen im Visier und wollen Jahr für Jahr kontinuierlich eine Schippe drauflegen.“ Die Anzahl der Modellvarianten im Portfolio soll laut Stadler von derzeit 38 auf 42 in 2015 und 50 im Jahr 2020 wachsen.

Audi peile qualitatives Wachstum ohne Einbußen bei der Rendite an. „Wir sind in den letzten Jahren schon weit gekommen. So ist unsere operative Umsatzrendite auch während der Finanzkrise nie unter 5,4 Prozent gefallen.“ Für 2020 plane Stadler „mit einer Umsatzrendite zwischen 8 und 10 Prozent.“ Während die Umsatzrendite im ersten Quartal 2011 bei 10,6 Prozent lag, erscheint Stadler fürs Gesamtjahr 2011 sogar mehr möglich: „Das Jahr hat noch ein paar Monate vor sich und wir sind schon immer eher vorsichtig gewesen mit unseren Prognosen. Aber wir haben einen klaren Zielkorridor beschrieben. Wenn es mal ein bisschen mehr ist, wie zwischen Januar und Juni, freuen wir uns natürlich.“

Zum Wettkampf mit BMW und Mercedes sagte Stadler: „Es geht uns nicht um einen Volumenwettlauf. Es könnte schon passieren, dass wir den einen oder anderen überholen.“ Im ersten Halbjahr hatte Audi bereits Mercedes beim Absatz überholt.

In den USA will Audi dieses Jahr „zwischen 10 und 20 Prozent wachsen“, sagte Stadler. 2011 hatte die VW-Premiummarke dort erstmals die Schwelle von 100.000 Einheiten übersprungen – mit 101,629 Verkäufen. Das Wachstum soll weiterhin ohne das Einstiegsmodell A1 passieren, das frühestens mit der nächsten Generation in die USA eingeführt werde.

Die Produktion eines Audi U.S.-Werks ist derweil beschlossene Sache: „Dass wir in Nordamerika neue Kapazitäten brauchen, ist für mich ganz klar. Die Frage ist jetzt nur noch der Zeitpunkt“, sagte Stadler. Noch „deutlich vor dem Jahr 2015“ werde Audi über alle Details bezüglich Ortes, zu produzierende Modelle, Investitionshöhe und Kapazität entscheiden. Aus Konzernkreisen hat Automotive News Europe zudem erfahren, dass auch ein Motoren- und Getriebewerk in den USA beschlossene Sache ist, da Audi den Fehler vermeiden will, den Anteil des Local Contents im US-Werk zu gering zu halten. Alle Details seien aber auch bezüglich dieses Komponentenwerkes noch nicht entschieden und mit Arbeitnehmervertretern abschließend zu diskutieren.

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