Mehr Volkswagen aus dem Baukasten

Die modularen Quer- und Längsbaukästen (MQB, MLB) sollen VW den Einsatz gemeinsamer Komponenten in unterschiedlichsten Fahrzeugklassen ermöglichen. Sie ersetzen die alte, weit weniger flexible Plattformstrategie. Davon erhofft sich VW eine Senkung der Entwicklungskosten sowie höhere Skalenerträge in der Produktion. Je nach Bedarf ermöglichen beide Effekte niedrigere Autopreise oder bessere Margen. Auch bei der Konzeption künftiger Elektrofahrzeuge setzt VW laut Hackenberg auf „skalierte Technik“. So werden die Antriebe für den Kleinstwagen E-Up und das Kompaktmodell E-Golf modular aufgebaut. „Je nach Einsatzzweck können wir mit der Leistung der Elektromaschine spielen oder mit der Batteriekapazität“, sagte der VW-Entwicklungschef.
Elektromotor und Getriebe legt Volkswagen als „integrierte Einheit“ aus, deren Fertigung das VW-Werk Kassel übernehmen soll. Der Bau von Batterie-Packs ist für den Standort Braunschweig vorgesehen. Die Leistungselektronik hingegen wird VW zumindest vorerst nicht selbst herstellen, sondern über Zulieferer wie Bosch oder Continental beziehen. Auch die Batteriezellen kauft der Konzern zu.

Neben Elektromobilen will Volkswagen auch die Entwicklung neuer Hybridfahrzeuge forcieren. „Anders würde die Sicherstellung der gewohnten Mobilität, etwa bei der Reichweite, nicht so ohne Weiteres möglich sein“, begründete Hackenberg das Vorhaben im Interview. Daher beschäftige sich der VW-Konzern unter anderem mit den Prinzipien Plug-in-Hybrid und Range Extender, die die Reichweiten von Hybridautomobilen signifikant erhöhen können.

 

Doch auch für künftige Pkw mit herkömmlichem Verbrennungsmotor sieht der VW-Chefentwickler „noch großes Potenzial, etwa beim Thermomanagement oder bei der weiteren Elektrifizierung der Nebenaggregate“. Dabei stellt die weiter zunehmende Globalisierung des Autogeschäfts die Entwickler vor neue Herausforderungen. So arbeite VW bei der Limousine „New Midsize Sedan“ für die Fertigung in den USA und China mit Zulieferern vor Ort an der jeweiligen Lokalisierung. Hackenberg: „Und zwar parallel, nicht hintereinander“.

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