Schaeffler-Familie legt NS-Vergangenheit offen

Erstmals werden die Zusammenhänge der Verhaftung Wilhelm Schaefflers durch die Amerikaner im Jahr 1946 und die Auslieferung an Polen offen gelegt. Demnach warf die Anklage Schaeffler vor, in Polen „zugunsten des Deutschen Reiches“ und „im Auftrag der deutschen Regierung“ an der „Liquidierung des dem polnischen Staat und den polnischen Bürgern gehörenden Besitzes“ beteiligt gewesen zu sein. Das Urteil vom April 1949 des zuständigen Bezirksgerichts weitete den Vorwurf auf „jüdisches Eigentum“ aus. Wilhelm Schaeffler musste daraufhin für gut vier Jahre ins Gefängnis in Bialystok und Warschau. Erst am 23. Juli 1951 wurde er wieder frei gelassen.
Bislang wurde über die dunkle Vorgeschichte der Firma Schaeffler in Polen geschwiegen. Die offizielle Unternehmensgeschichte der Schaeffler Gruppe beginnt noch heute erst im Jahre 1946. „Die Brüder Schaeffler sahen keine Veranlassung, ihre frühen Jahre ohne Not kritischen Blicken auszusetzen“, erklärt der Historiker Schöllgen in ‚Cicero’. Erst die Witwe Elisabeth Schaeffler hat die Archive öffnen lassen und eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit nun ermöglicht.

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