Autohäusern droht Pleitewelle

Um die befürchteten Insolvenzen im deutschen Autohandel abzuwenden, wollen die Autohersteller den Handel mit Millionenbeträgen unterstützen. Die Vertriebsorganisation von Mercedes-Benz (MBVD) hat bereits ein 63 Millionen Euro schweres Hilfspaket auf den Weg gebracht, berichtet die Automobilwoche. „Auch in schwierigen Zeiten legen wir großen Wert auf stabile Partnerschaften. Deshalb haben wir uns entschieden, unserem deutschen Handel eine an die Leistung der einzelnen Händler gekoppelte Unterstützung zu gewähren“, sagte MBVD-Vorsitzender Peter Alexander Trettin der Zeitung. Demnach erhalten die Autohäuser 13 Millionen Euro als Entlastung bei der Vorführwagen-Finanzierung. Der zweite Teil des Hilfspakets von 50 Millionen Euro wird den Händlern entsprechend ihrem Anteil am Umsatz ausgezahlt.
Gleichzeitig hat Daimler seinem Betriebsrat Kürzungen bei den Personalkosten der Mercedes-Niederlassungen abgerungen. 100 Millionen Euro will Daimler ab 2009 stufenweise einsparen, indem die Mitarbeiter der 34 Niederlassungen künftig nach dem Tarif für den Kfz-Handel und nicht mehr nach Metalltarif bezahlt werden. Im Gegenzug sichert der Konzern den Niederlassungen einen Bestandsschutz bis zum Jahr 2015 und ihren Mitarbeitern Kündigungsschutz bis 2017 zu.

Auch Volkswagen wird seine rund 1.200 Händler in Deutschland zu Beginn des kommenden Jahres mit einem „Leistungssteigerungspaket“ unterstützen. Darin enthalten sind längere Zahlungsziele für Lagerwagen, zusätzliche Margen für Vorführwagen und Marketingzuschüsse. VW will mit dem millionenschweren Paket „die Grundlagen für eine Kostenentlastung und bessere Rendite im Handel“ schaffen, sagte ein Volkswagen-Sprecher.
Bei Chrysler Deutschland werden die Absatzvorgaben für die Händler pauschal um 20 Prozent gesenkt. „Damit tragen wir der allgemeinen Marktentwicklung Rechnung“, betonte ein Chrysler-Sprecher. Angesichts des schwierigen Marktes wäre es „unfair“ gewesen, an den alten Vorgaben festzuhalten, ergänzte der Sprecher.

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