Daimler will Komponenten-Lieferant für Dritte werden

Der 36-jährige Manager wurde von Konzernchef Dieter Zetsche vor einem Jahr beauftragt, neue Geschäftsfelder zu finden und aufzubauen. Dabei liegt Guillen zufolge ein Fokus auf der Technologie: „Wir gehen von der Annahme aus, dass im Daimler-Konzern viele Dinge entwickelt und produziert werden, die auch für andere Unternehmen interessant sind.“

Ein weiteres Geschäftsfeld erprobt Daimler gegenwärtig in Ulm mit dem Mobilitätskonzept car2go. Dabei können Fahrzeuge spontan gemietet und wieder abgestellt werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Ulmer Pilotprojekts soll dieses Konzept auch in anderen Großstädten weltweit eingesetzt werden. Dadurch würde Daimler vom reinen Autohersteller zusätzlich zu einem Mobilitätsanbieter ähnlich einer Autovermietung oder einem Car-Sharing-Unternehmen. Für alle Projekte von Business Innovation fordert Zetsche einen Mindest-Umsatz von 100 Millionen Euro und eine operative Rendite von wenigstens zehn Prozent. „Bei einem Weltmarkt, der auf jeden Fall größer ist als eine Milliarde Euro, hat car2go definitiv das Potenzial diese Vorgaben zu erfüllen. In unserem Business Case ist die Profitabilität auf jeden Fall höher als die im Konzern derzeit gültige Zielrendite für das Industriegeschäft“, ist Guillen überzeugt. Dies könne in weniger als zehn Jahren erreicht werden.
Zudem will sich Daimler auch im Geschäft mit Old- und Youngtimern stärker engagieren. „Dieser Markt liegt in Europa bei weit über 15 Milliarden Euro. Es könnt sich lohnen, in dieses Geschäft stärker einzusteigen. Die Basis könnte das Classic Center in Fellbach sein, wo wir bereits heute alte Mercedes-Fahrzeuge restaurieren“, betonte Guillen.

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