IFW Kiel: Krise hält noch zwei bis drei Jahre an

„Der Abschwung wird recht lange anhalten“, sagte Joachim Scheide, Leiter des Prognose-Zentrums des IFW. „Im Durchschnitt der vergangenen Finanzkrisen dauerte es rund vier Jahre, bis der nächste richtige Aufschwung einsetzte.“ Das IFW erwartet nicht, dass die Arbeitslosigkeit vor dem Jahr 2010 merklich sinken wird. Nachhaltiges Wachstum wird auch nach Aussage des ifo-Instituts München wohl noch bis Ende 2010 auf sich warten lassen. „Es fällt schwer, optimistisch zu sein“, meint Kai Carstensen, Leiter des Forschungsbereichs Konjunktur am ifo-Institut.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin geht hingegen davon aus, dass es in der Wirtschaft schon zur Jahresmitte wieder aufwärts gehen kann. Zwar werde vieles von den weltweiten Konjunkturprogrammen einfach verpuffen, dennoch sieht DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann verbesserte Zukunftseinschätzungen in der Industrie und auf den Finanzmärkten.
Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle erwartet aufgrund der Verzögerungen beim USKonjunkturprogramm eine Trendwende frühestens ab dem zweiten Halbjahr 2009. Demgegenüber spricht für das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen vieles dafür, dass die ergriffenen Konjunkturmaßnahmen den Abschwung begrenzen können. RWI-Präsident Christoph M. Schmidt geht davon aus, dass das Wachstum in diesem Jahr danach um rund 0,5 Prozentpunkte höher ausfallen wird, als es ohne Paket der Fall gewesen wäre. Der nächste Aufschwung beginne allerdings wie der vergangene „verhalten und mit Rückschlägen.“

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