Autohersteller fürchten Wettbewerbsnachteile durch weitere CO2-Auflagen der EU

 Europas Autobauer befürchten durch die erwartete Verschärfung der CO2-Grenzwerte nach 2021 massive Wettbewerbsnachteile. Nach Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche wird der europäische Herstellerverband ACEA in der kommenden Woche von Brüssel verlangen, weitere Branchen bei der Reduzierung der Schadstoffe einzubinden. „Kein industrieller Sektor hat mehr getan, um die Emissionen zu senken. Ambitionierte Treibhausgas-Ziele können nicht auf Kosten des Wachstums und der Wettbewerbsfähigkeit gesetzt werden“, sagte eine ACEA-Sprecherin der Automobilwoche. „Brüssel denkt bei der CO2-Reduktion bislang immer nur daran, was die Automobilhersteller und ihre Zulieferer für eine Verminderung tun können. Wir halten es aber für gerechtfertigt, auch einmal danach zu fragen, was man darüber hinaus tun kann“, sagte Wolfgang Schneider, Cheflobbyist bei Ford of Europe, der Automobilwoche. Damit geht erstmals ein Volumenhersteller in die Offensive und verweist mit Blick auf die Mineralölbranche: „Und da geht eine ganze Menge.“

Für 2021 hat die EU einen Grenzwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer festgeschrieben. Ab 2025 werden in Brüssel bereits 68 bis 78 Gramm diskutiert. „Für Fahrzeuge der Golf-Klasse und für alle größeren Segmente wird dann ein Plug-in-Hybrid zwingend erforderlich sein – oder ein Gasantrieb mit Hybridisierung“, sagte Professor Michael Bargende von der Universität Stuttgart der Zeitung. Damit würde ein Golf mit Plug-in-Hybrid ungefähr doppelt so teuer wie ein konventionelles Fahrzeug.

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