Autoindustrie fürchtet Streiks

 Vor den anstehenden Tarifverhandlungen mit der IG Metall geht in der Autoindustrie die Angst vor Streiks um. „Ein Arbeitskampf wäre angesichts der volatilen Rahmenbedingungen fatal und könnte zu einer schwierigen wirtschaftlichen Situation führen“, warnte Stefan Wolf, Vizechef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Angesichts der Gewerkschaftsforderungen fügte er hinzu: „Realistisch gesehen könnte man sich also auf eine moderate Lohnsteigerung in der Tabelle und eine moderate Einmalzahlung verständigen.“

Demgegenüber will die IG Metall für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche bis zu 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt durchsetzen. „Das Bewusstsein, dass Arbeitsniederlegungen den Unternehmen in der jetzigen Situation weh tun, stärkt unsere Verhandlungsposition“, sagte Audi-Gewerkschaftsfunktionär Jörg Schlagbauer dem Blatt. „Aber wir bereiten uns auch auf Plan B vor und können alle Mittel des Arbeitskampfes einsetzen.“ Auch bei BMW ist die gute wirtschaftliche Lage die ideale Ausgangsposition für „ökonomischen Druck“, betonte Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter bei der IG Metall München und Unternehmensbeauftragter für BMW: „Die Belegschaft ist streikbereit.“

Am kommenden Donnerstag legen die regionalen Tarifkommissionen ihre endgültigen Forderungen fest, die dann vom Gewerkschaftsvorstand am Freitag offiziell verabschiedet werden. Ab März beginnen die Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern.

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