Automobilbranche fährt Sonderschichten und sucht Ferienarbeiter

 München – Die deutschen Autohersteller verzichten mit wenigen Ausnahmen auf die Sommerpause und setzen aufgrund der hohen Nachfrage auf Aushilfskräfte sowie Sonderschichten. Das ergab eine Umfrage der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

Bei Volkswagen in Wolfsburg wird die Produktion im eigentlichen Werksurlaub in den Kalenderwochen 32 bis 34 aufrecht erhalten. Insgesamt werden mehr als 3.000 Aushilfskräfte bis Mitte September die Stammmannschaft in der Produktion unterstützen. Zudem wurden im dritten Quartal in der Golf-Fertigung Zusatzschichten an 13 Samstagen und drei Sonntagen vereinbart. Auch in der Fertigung des Tiguan werden sieben Sonderschichten an Samstagen gefahren, sagte ein Sprecher der Zeitung.
Bei Audi werden „rund 500 Ferienbeschäftigte am Standort Ingolstadt benötigt“, sagte eine Sprecherin. Für Ingolstadt und Neckarsulm seien zudem „für die kommenden Monate weitere Sonderschichten geplant“. Allerdings pausiert die Produktion in Ingolstadt durch den Umbau an zwei Montagelinien, in Neckarsulm wurde ebenfalls Betriebsruhe vereinbart.

Bei BMW fallen die Sommerferien in den Werken in Regensburg und Leipzig ebenfalls aus, es sei „keine Produktionsunterbrechung“ geplant, hieß es bei dem Unternehmen auf Nachfrage der Automobilwoche. In der Urlaubszeit werden Zeitarbeiter und in geringem Umfang Aushilfen die Fertigung verstärken.

Die deutschen Mercedes-Werke in Sindelfingen, Bremen, Rastatt und im Powertrain-Werk Untertürkheim produzieren in den Sommermonaten weitgehend durch, sagte ein Sprecher. Mercedes hat angekündigt, in Deutschland 7.600 Ferienjobber einzusetzen, 1.300 mehr als im Vorjahr. Allein für den Standort Untertürkheim sind 1.800 Zusatzkräfte vorgesehen.

Opel legt in allen Fahrzeug- und Motoren- und Getriebewerken eine produktionsfreie Zeit ein, in der Regel von drei Wochen im Juli/August. Ford schließt die Pforten in Köln und Saarlouis ebenfalls für drei Wochen.
Im Porsche-Werk Zuffenhausen sind in den Kalenderwochen 32 bis 34 Betriebsferien, im Werk Leipzig von Kalenderwoche 32 bis 33. Porsche habe die Kapazitäten in Zuffenhausen und Leipzig bereits im Vorjahr für den Hochlauf der neuen Modelle und Derivate wie Macan und 911 Targa erhöht, so ein Sprecher zur Begründung. Daher benötige das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr nach aktuellem Stand keine Zusatzschichten.


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