BMW: Reines Elektroauto zum Start von „project i“

Reithofer fügte hinzu: „Unser Megacity Vehicle wird ein komplett neu entwickeltes Auto sein, das keine bisherige BMW- oder MINI-Plattform nutzt und das mit einem Produkt startet, aber auch das Potenzial zu einer Modellfamilie hat“. „Project i“ werde als neue Sub-Brand „die Muttermarke in Richtung Nachhaltigkeit erweitern“. Ob die neue Untermarke des Konzerns mit einem eigenem Namen oder einem Buchstaben gekennzeichnet werde, sei noch offen.
Lieferant für die Lithium-Ionen-Batterie des neuen Modells ist der neue BMW-Partner SB Limotive, ein Joint Venture von Bosch und Samsung SDI. Das Fahrzeug der neuen Reihe ist für große städtische Ballungszentren gedacht, „hierfür wird die Reichweite ausreichend sein“, betonte Reithofer. Zum Preis des neuen Modells, das „in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts“ auf den Markt kommen soll, wollte der BMW-Chef noch keine Angaben machen. Dies sei unter anderem von der Preisentwicklung der Batteriezellen abhängig: „Ein Preis unter 15.000 Euro wird nicht möglich sein.“
Für „project i“ will BMW keinerlei Kooperationen mit anderen Automobilherstellern eingehen. Dagegen sei man an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Daimler bei den Hybriden interessiert. „Die Kooperation mit Daimler bei der Hybridtechnologie funktionierte sehr erfolgreich und in einer sehr guten Atmosphäre. So etwas könnte auch in Zukunft Sinn machen“, sagte Reithofer. Und mit dem französischen PSA-Konzern spreche man derzeit über eine weitere Zusammenarbeit: „Es geht um Motoren und Komponenten“. Eine PSA-Kooperation bei gemeinsamen Plattformen schloss Reithofer jedoch aus.

Für das kommende Jahr sei BMW „verhalten optimistisch“ gestimmt, „auch wenn sich 2010 die Automobilmärkte erst allmählich erholen dürften“. Das Münchner Unternehmen erwarte für die Zukunft aber „Rückenwind von unserer weiter erneuerten Modellpalette“. Dieser Trend dürfte sich mit Anläufen volumenstarker Modelle zwischen 2010 und 2012 verstärken, schätzte Reithofer und prognostizierte „bis zum Jahr 2012 beim Absatz eine Größenordnung von rund 1,6 Millionen Fahrzeugen zu erreichen.“
Bei der IAA werde BMW neben der Studie Vision EfficientDynamics auch das MINI Coupé und den MINI Roadster zeigen, die beide nach der Vorstellung auf der Messe „zügig auf den Markt“ kommen sollen.

Reithofer sieht zudem Chancen für einen 3er GT, einer völlig neuen BMW-Modellreihe, die unterhalb des auf der IAA debütierenden 5er GT platziert werden könnte. „Ein 3er GT ist ein wahrscheinliches Konzept für die BMW Group, weil wir der Meinung sind, dass solche vielseitig nutzbaren Modelle zunehmend für Personengruppen interessant sind, die keine Limousine, keinen Kombi und auch keinen SUV fahren wollen. In diesem geräumigen Auto „können Sie im Kofferraum zwei Mountainbikes unterbringen“. Der 3er GT „könnte besonders für den US-Markt interessant sein.“

Trotz der weltweiten Nachfrage nach kleineren und umweltschonenden Autos sieht der Konzernchef auch eine positive Zukunft für Premiumfahrzeuge. „Große Autos sind nicht unbedingt gleichzusetzen mit hohem Verbrauch, wie unser Sechszylinder-Diesel im neuen BMW 7er mit einem Verbrauch von 7,2 Litern zeigt“, meinte Reithofer im AUTO ZEITUNG-Interview. „Dieser Wert liegt unter dem einiger Mittelklassefahrzeuge und wir sehen noch weiteres Potenzial, den Kraftstoffverbrauch und damit CO2 Emissionen zu reduzieren.“ Reithofer kündigte zudem ein Downsizing bei den Motoren an: „In fünf Jahren wird bei uns der Trend zu kleineren, aufgeladenen Motoren klar dominieren. Diese aufgeladenen Motoren werden in der Leistung top sein – und sukzessive hubraumgrößere Saugmotoren ersetzen.“

 

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