Neuer Troubleshooter und höhere Rabatte sollen Volkswagen aus der Dieselkrise helfen

Der VW-Konzern will die Folgen des Abgasskandals schneller aufarbeiten und hat dazu bei seinem Hauptlabel Volkswagen Pkw überraschend einen eigenen Krisenmanager installiert. Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche zufolge hat Markenchef Herbert Diess den bisherigen Leiter der Qualitätssicherung der Marke Volkswagen, Manfred Bort, jüngst zum „Beauftragten für die Bewältigung der Diesel-Thematik in Europa“ ernannt.

„Mit Bort will Diess jetzt noch mehr Dampf auf den Kessel geben“, sagte eine Wolfsburger Führungskraft dem Blatt. Interimsvertreter von Bort in der Qualitätssicherung ist Uwe Pruin, lange Qualitätschef des VW-Werks Emden. Den endgültigen Nachfolger für Bort will Diess „zeitnah“ bestimmen.

Unterdessen räumt Thomas Zahn, Vertriebs- und Marketingchef Deutschland VW Pkw, in einem zweiseitigen Brief an die Händler des Unternehmens Nachholbedarf bei der Rückeroberung von Vertrauen im Dieseldebakel ein: „Wir sind auf diesem Weg noch nicht so weit, wie wir es erhofft haben“, konzediert der Manager. In dem der Automobilwoche vorliegenden Schreiben bezeichnet er die auf unbestimmte Zeit verschobene Umrüstung der betroffenen VW Passat als „enttäuschend“. Zahn gibt zu: „Wir haben unsere eigenen Planungen und Erwartungen an dieser Stelle nicht erfüllt.“

Im ersten Quartal waren die Auslieferungen von VW Pkw in Deutschland um 3,8 Prozent geschrumpft. Mit einer Rabatt-Aktion unter dem plakativen Titel „Frühlingserwachen“ für Gewerbekunden und höheren Eroberungsprämien im Gebrauchtwagengeschäft will das Unternehmen nun gegensteuern. VW-Händler können beispielsweise im April und Mai beim Hersteller statt zuvor 750 Euro eine Prämie von 1.261 Euro beantragen, um unentschlossene Interessenten eines VW Up oder Polo zu überzeugen. Beim Golf, dem Stromer E-Golf und der Hybridversion Golf GTE steigt der Zuschuss von 1.000 auf 1.681 Euro. Die von der Wolfsburger Vertriebszentrale verbesserten Rahmenbedingungen im Geschäft mit Autos aus zweiter Hand wiederum soll der Handel laut VW jetzt nutzen, „um Kunden von Fremdmarken mit attraktiven Angeboten anzusprechen“.

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