Porsche-Chef Müller: Position als profitabelster Hersteller der Welt ausbauen

Stuttgart – Ungeachtet seiner kostenintensiven Expansionspläne will der Zuffenhausener Sportwagenhersteller Porsche „der profitabelste Autohersteller der Welt bleiben – und diese Position weiter ausbauen“, sagte Porsche-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller im Interview mit der am Dienstag (22. Februar 2011) erscheinenden Fachzeitschrift Automotive News Europe. Zuletzt lag der Sportwagenhersteller bei einer operativen Umsatzrendite von 16 Prozent.

Denkbar sei dabei eine Porsche-Produktion in Auslandsmärkten wie China oder den USA, wobei Porsche von der Zugehörigkeit zum VW-Konzern profitieren will. Müller: „Der VW-Konzern beabsichtigt langfristig zehn bis elf Millionen Autos im Jahr zu verkaufen. Die Produktions-Kapazitäten liegen heute bei sieben bis acht Millionen. Um den Kapazitätsbedarf im VW-Konzern zu decken, müssen sicherlich fünf, sechs neue Werke weltweit errichtet werden“, unterstrich Müller und fügte hinzu: „Da sollten wir natürlich rechtzeitig auch unseren Bedarf signalisieren, sonst sind wir nicht dabei.“

Ein Kernprodukt in der Zukunftsstrategie wird die nächste Generation des Sportwagens 911, der zum Jahresende in den Handel kommt. Müller: „Der neue 911er wird der erfolgreichste aller Zeiten. Das prophezeie ich Ihnen schon heute. Wir wollen im Schnitt des Lebenszyklus 30.000 Einheiten pro Jahr verkaufen. Zum Vergleich: 2010 waren es 20.000 – natürlich am Ende des Lebenszyklus.“

Der ab 2013 geplante Porsche 918 Spyder sei beim Investitionsvolumen vergleichbar mit dem des früheren Supersportwagens der Zuffenhausener. Müller: „Beim Carrera GT lag es bei 120 Millionen Euro, und beim 918 Spyder kommt die Entwicklung eines neuen Hybrid-Antriebsstrangs noch dazu.“ Für einen Coupé-Ableger des 918 Spyders gibt es laut Müller „noch keinen Beschluss. Es ist aber sicher für unsere Ingenieure möglich, aus einer offenen Version eine Coupé-Variante abzuleiten. Wir haben uns erst einmal zum Ziel gesetzt, die limitierte Serie von 918 Einheiten des Spyder in den Markt zu bringen“, womit Müller erstmals die Produktionszahl preisgibt.

Im vergangenen Jahr waren die USA der größte Porsche-Einzelmarkt – gefolgt von Deutschland und China. Müller: „Ich gehe davon aus, dass sich unser Ranking verändern wird. China wird kurzfristig voraussichtlich unser weltweit größter Markt werden und damit die USA ablösen.“

Auf die Frage, wann es einen rein-elektrisch betriebenen Porsche geben wird, antwortete Müller: „Sollte sich herauskristallisieren, dass bis 2020 schon 20 Prozent aller Neuwagen rein elektrisch fahren, dann können Sie davon ausgehen, dass auch Porsche mindestens 20 Prozent seines Absatzes mit Electric Vehicles bestreiten wird. Ich rechne aber eher mit einem Gesamt-Electric-Vehicle-Anteil von drei bis fünf Prozent bis 2020.  Der erste Hype ist ja schon fast vorbei, bevor das Geschäft richtig gestartet ist.“

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