BMW will 3.000 Zeitarbeiter übernehmen

 München – Der bayerische Automobilhersteller BMW will im jahrelangen Streit um seine Beschäftigung von Leiharbeitern auf den Betriebsrat zugehen und bisherige Zeitarbeiter übernehmen. „In einem ersten Schritt sollen 3.000 Leiharbeiter fest angestellt werden“, sagte Willibald Löw, Betriebsratschef bei BMW in Landshut und Mitglied des Aufsichtsrats, der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Darauf hätten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter bereits verständigt. Der Betriebsrat strebt 2014 die weitere Übernahme von Leiharbeitern an, Ziel ist laut Löw eine Zeitarbeiter-Quote von acht Prozent. Das wären bei 74.500 fest angestellten BMW-Beschäftigten in Deutschland circa 6.500 Leiharbeiter. Aktuell sind es nach Angaben der Gewerkschaft rund 12.000.

Derzeit gehen die Gespräche um das ursprünglich bereits für Juli dieses Jahres angekündigte neue Personal-Flexibilisierungs-Konzept für BMW weiter. Den Informationen der Automobilwoche zufolge hatte das Unternehmen nach sieben Monate dauernden Verhandlungen eine neue Betriebsvereinbarung vorgelegt, die allerdings vom Betriebsrat vor der Sommerpause nicht mehr unterschrieben worden war. „Nach aktuellem Diskussionsstand wird sie zunächst befristet bis Ende des ersten Quartals 2014 laufen“, so Löw.

Diese Befristung sehen die Gewerkschafter aber kritisch. Der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, der zum 1. April dieses Jahres in Kraft trat, sieht vor, dass Zeitarbeiter, die 24 Monate in einem Unternehmen eingesetzt werden, übernommen werden müssen – also frühestens zum 1. April 2014. Um sicherzustellen, dass die geplante befristete BMW-Vereinbarung die Tarifvertragsregelung nicht aushebelt, hat der Betriebsrat die Vereinbarung nun den Tarifparteien vorgelegt. Die IG Metall Bayern will noch im September „für Rechtsklarheit sorgen“, der bayerische Metall-Arbeitgeberverband VBM wollte sich dazu nicht äußern.
Am kommenden Donnerstag tagt der BMW-Gesamtbetriebsrat in Leipzig.

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