Führungsspitze des Kartenanbieters Here wird ausgewechselt

Nur wenige Wochen nach dem Vollzug der Übernahme des Kartenanbieters Here will das Eigentümerkonsortium aus Daimler, BMW und Audi die Führung austauschen. „Wir werden das Management von Here neu aufstellen und eine schlagkräftige eigene Truppe zusammenstellen, denn wir sind als Teilhaber hier in der Position des Aufsichtsrats und werden bei der Festlegung des Managements den Vorstand bestimmen“, sagte Daimlers Entwicklungschef Thomas Weber der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche auf der CES in Las Vegas.

 
Auch Here-Chef Sean Fernback muss um seinen Job bangen. „Wir werden jetzt bis hin zum CEO die Kernfunktionen der Personen checken und schauen, welche Funktionen stark besetzt sind und wo wir gegebenenfalls nachlegen müssen. Dieser Check läuft gerade“, sagte Weber.
Ein erster Abgang ist bereits erfolgt: Here-Vorstand Ogi Redzic, für vernetztes Fahren zuständig, hat die frühere Nokia-Tochter vor wenigen Tagen verlassen und ist zu Renault-Nissan gewechselt. „Für ihn war es nach zehn Jahren im Unternehmen an der Zeit, den Konzern zu verlassen und neue Wege zu gehen“, sagte eine Here-Sprecherin.
Das Konsortium will weiterhin zusätzliche Unternehmen ins Boot holen und die eigenen Anteile an Here herunterfahren. „Wir wollen auf jeden Fall langfristig unter 50 Prozent an Here beteiligt sein“, sagte Weber. 
Volkswagen dürfte dem Konsortium allerdings wohl fern bleiben: Der Wolfsburger Konzern hat in Las Vegas eine Partnerschaft mit Mobileye gestartet. „Der VW-Konzern ist über Audi an Here beteiligt. Die Kooperation mit Mobileye ist eine Ergänzung zu Here und hilft, die lokale Kartendarstellung zu verbessern“, sagte ein VW-Sprecher.
Das israelische Start-up erkennt mit günstigen Frontkameras Umgebungsdetails, mit denen die für das automatisierte Fahren nötigen Karten verbessert werden. Die Analysten von Evercore ISI sprechen Mobileye die Chance zu, in der Industrie eine so dominierende Stellung wie Google oder Facebook einzunehmen.

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