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04Mrz/11

VW sieht Gefahren im eigenen Wachstum

Warnung an Manager: „Erfolg provoziert“ – Aufsichtsrat Piëch: „Der Feind sind wir selbst“

Wolfsburg – VW-Chef Martin Winterkorn will Gefahren beim rasanten Wachstum des Konzerns begegnen und sorgt sich um das Image von Europas größtem Autobauer. „Volkswagen ist so erfolgreich wie nie. Aber die Öffentlichkeit hat ihre ganz eigenen Mechanismen“, zitiert die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche aus einem vertraulichen Rundschreiben an die VW-Führungskräfte. „Erfolg provoziert und schafft nicht automatisch Sympathie. Und Größe ist kein Garant für dauerhaften Erfolg.“

Ferdinand Piëch sagte der Automobilwoche jüngst: „Im Neid der anderen liegt nicht die Gefahr“. Der VW-Aufsichtsratschef fügte hinzu: „Die Gefahr besteht darin, dass VW etwas falsch macht“. Piëchs unmissverständliche Mahnung an den Mehrmarkenkonzern: „Unser größter Feind sind nur noch wir selbst.“

Unter Leitung von VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler und Marketingchef Luca de Meo soll nun die „positive öffentliche Wahrnehmung“ von VW weltweit gestärkt werden: „Der Schlüssel für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit ist eine glaubwürdige Geschichte“, heißt es in dem Schreiben weiter. Sie vermittle „die Vision und Rolle von Volkswagen viel eindringlicher als nur Zahlen, Daten und Fakten. Die Geschichte müssen wir erzählen, überall auf der Welt“. Zudem sei dringend zu beachten: „Bei den Großen wird jede Schwäche, jeder Fehler um ein Vielfaches stärker wahrgenommen als bei den Kleinen. Die Öffentlichkeit liebt die Underdogs.“

Das Fazit der internen VW-Analyse: „Wir müssen wachsam bleiben, und wir dürfen im Verhalten und in der Kommunikation nach außen keine Fehler machen.

Hintergrund der Warnung ist die Wachstumsstrategie, mit der VW den japanischen Konkurrenten Toyota bis 2018 als Weltmarktführer ablösen will. Toyota hatte auf seinem Hauptmarkt USA mit heftigen Imageproblemen zu kämpfen. So sah sich das Unternehmen beispielsweise Vorwürfen ausgesetzt, die Autos beschleunigten ungewollt, was sich später als unbegründet erwies.

22Feb/11

Ex-Opel-Chef und Ex-Fiat-Manager loben VW-Stärken

Wolfsburg – Der Volkswagen-Konzern beeindruckt die von Mitbewerbern abgeworbenen Manager mit seinen Stärken. „Es gibt drei Gründe für den Erfolg von VW“, betonte Ex-Opel-Chef Hans Demant und seit Oktober 2010 Senior Vice President bei VW, im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe:  „VW hat eine sehr starke eigene Komponenten-Fertigung; der Konzern fungiert damit als sein größter eigener Lieferant. Zweitens legt VW sehr viel Wert auf die Ausbildung und Qualifikation seiner Mitarbeiter. Und drittens legt VW so viel Wert auf das Produkt wie wahrscheinlich kein anderer Automobilhersteller. Die Entscheidungsträger bei VW sind in erster Linie Ingenieure und keine Finanzer.“

Demant verantwortet bei VW seit Oktober 2010 die Koordination internationaler Projekte der Volkswagen Aktiengesellschaft, unter anderem mit dem Allianzpartner Suzuki. Zuvor war der Ingenieur fast 40 Jahre lang (seit 1972) bei Opel und General Motors tätig.

Ex-Alfa Romeo- und Fiat Marketing-Chef Luca de Meo, der seit August 2009 das VW-Marketing leitet, ergänzte im Gespräch mit Automotive News Europe: „Ein Teil der Stärke kommt aus dieser deutschen Eigenschaft: dem starken Fokus aufs Detail und das Produkt.“