Volkswagen erwartet in Schlüsselregionen bis 2030 Marktanteil von 50 Prozent für E-Autos

VW plant im Rahmen seiner acht großen Konzerninitiativen unter anderem einen massiven Ausbau der Palette von Elektroautos. Auf den Schlüsselmärkten EU, China und USA könnten reine E-Fahrzeuge bereits 2025 einen Marktanteil von 25 Prozent haben, zeigen interne Prognosen für VW-Chef Matthias Müller einem Bericht der Automobilwoche zufolge.

Fünf Jahre später sollen Stromer schon die Hälfte des Markts ausmachen. „Der politische Druck auf unsere Industrie wird weiter wachsen“, betonte Müller jüngst vor Führungskräften des Konzerns . Um die immer schärferen CO2-Ziele zu erreichen, müsse VW den Anteil an Elektroautos in der Flotte „substanziell steigern“. Beim Ausbau der notwendigen Infrastruktur könne man nicht auf die Politik warten, mahnte Müller und kündigte an: „Deshalb haben wir die Initiative ergriffen und sind mit anderen OEMs in intensiven Gesprächen, wie wir das Thema ‚Schnellladeinfrastruktur‘ gemeinsam vorantreiben und zu einem funktionierenden Business Case machen.“

Als beispielhafte Eckpunkte der „Strategie 2025“ hob Müller bei der ersten „Group Management Conference“ in Wolfsburg die Projekte „Aufbau Geschäftsfeld Smart Mobility“ und „Nachschärfung der Konzern-Produktstrategie“ hervor. Bei neuen Mobilitätsdienstleistungen prognostiziert VW in den nächsten Jahren „im Schnitt zweistellige Wachstumsraten, also eine nachhaltig stärkere Dynamik als im klassischen Automobilgeschäft“, so der Konzernlenker. Die weiteren der acht Konzerninitiativen werden unter den Begriffen „Review Geschäftsfeld- und Markenportfolio“, „Wachstum Kerngeschäft“, „Nachschärfung der Konzern-Baukastenstrategie“,
„Digitale Transformation des Konzerns“ sowie „Zukunftsfähigkeit der Organisation“ und „Strategische Partnerschaften, M & A, Venturing“ zusammengefasst.

Mit der neuen „Strategie 2025“ will Müller im Konzern auch die Rendite steigern. „Bei der Zufriedenheit unserer Kunden, beim Volumen und als Arbeitgeber haben wir die selbst gesteckten Ziele früher als geplant erreicht“, unterstrich Müller vor seinen Managern mit Blick auf die „Strategie 2018“ seines Amtsvorgängers Martin Winterkorn. „Eindeutig hinter unseren Ansprüchen zurückgeblieben sind wir hingegen bei der Rendite.“ Mit 6,5 Prozent im Geschäftsjahr 2015 hatte VW die Zielmarke von mehr als acht Prozent klar verfehlt. Für sich und seine acht Kollegen vom Konzernvorstand hat Müller daher neue Aufgaben definiert. „Unser und mein Job ist es nicht, in die operative Feinsteuerung einzugreifen oder mich im Detail mit der Gestaltung der Produkte zu befassen“, so der VW-Chef. Vielmehr werde sich der Konzernvorstand dem „Heben von Synergien über Marken und Geschäftsfelder hinweg“ widmen. Das unter Winterkorns Regie gefürchtete „Konzern-Produktstrategiekomitee“ (PSK) wurde gestrichen.

Nach der ersten Vorstellung von Teilen der „Strategie 2025“ vor rund 400 Konzernmanagern will Müller die neue Langfristplanung Mitte Juni, also noch vor der Hauptversammlung am 22. Juni, komplett präsentieren.

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