O-Ton + Magazin: KKH-Studie: Deutsche immer länger krank

Wer in Deutschland lange krank ist, bekommt zu wenig Hilfe. Das ist das Ergebnis einer Studie der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Und die Krankengeldfälle dauern immer länger – 2010 waren es noch durchschnittlich 89 Tage, 2014 waren es schon 99. Insgesamt gaben alle Kassen im vergangenen Jahr über elf Milliarden Euro für Krankengeld aus.

Zudem gibt es deutliche regionale Unterschiede bei den Langzeiterkrankungen, sagt KKH-Chef Kailuweit:

O-Ton: Bayern und Baden-Württemberg sind diejenigen, die die geringste Arbeitsunfähigkeitsquote haben. Und in den neuen Bundesländern, aber auch Berlin – mit einem sehr hohen Anteil. D.h. also, es gibt spezifische Themen in den jeweiligen Regionen, die dazu führen, dass die Arbeitsunfähigkeitsquote höher oder niedriger ist. – Länge 20 sec.

Mehr zu der Studie unter KKH.de.

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Magazin: KKH-Studie: Deutsche immer länger krank

Anmoderation: Wer in Deutschland lange krank ist, bekommt zu wenig Hilfe. Das ist das Ergebnis einer Studie der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Sie wurde gerade in Berlin vorgestellt. Die Einzelheiten dazu jetzt.

Beitrag:

Arbeitnehmern mit langwierigen Erkrankungen wird im deutschen Gesundheitswesen nur unzureichend geholfen, sagt KKH-Chef Ingo Kailuweit. Dabei ist die Zahl der Krankschreibungen relativ konstant:

O-Ton: Aber der Anteil derjenigen, die dann länger krank sind, der steigt. D.h. Wir haben erheblich höhere Krankengeldausgaben. Seit 2012 mehr als 15 Prozent dieser Ausgaben. – Länge 11 sec.

Und das ist nicht nur bei der KKH so, solche Zahlen gibt es bei fast allen gesetzlichen Kassen. Und die Krankengeldfälle dauern immer länger – 2010 waren es noch durchschnittlich 89 Tage, 2014 waren es schon 99. Insgesamt gaben alle Kassen im vergangenen Jahr über elf Milliarden Euro für Krankengeld aus.

O-Ton: SFX

Jeder dritte Krankengeld-Fall bei der KKH ist auf Rückenprobleme und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen; jeder vierte Fall resultiert aus psychischen Störungen wie Depressionen.

O-Ton: Wir haben seit Jahren ein Fallmanagement aufgebaut, wo wir die Krankengeldbezieher unterstützen – sei es bei Arztterminen, sei es bei Therapien, sei es aber auch bei Themen wie mit dem Arbeitgeber Kontakt aufzunehmen o.ä.. Also ihn zu unterstützen, schneller wieder arbeitsfähig zu werden. – Länge 18 sec.

Dennoch: Vielfach gibt es Defizite bei der Versorgung – daher vergehen durchschnittlich 23,4 Wochen bis zum Beginn einer Psychotherapie. Auch Rückenschmerz-Patienten warten oft lange auf die richtige Versorgung, da beteiligte Fachdisziplinen wie Orthopäden, Schmerztherapeuten und Psychotherapeuten zu selten Hand in Hand arbeiten. Zudem beklagt KKH-Chef Kailuweit deutliche regionale Unterschiede bei den Langzeiterkrankungen:

O-Ton: Bayern und Baden-Württemberg sind diejenigen, die die geringste Arbeitsunfähigkeitsquote haben. Und in den neuen Bundesländern, aber auch Berlin – mit einem sehr hohen Anteil. D.h. also, es gibt spezifische Themen in den jeweiligen Regionen, die dazu führen, dass die Arbeitsunfähigkeitsquote höher oder niedriger ist. – Länge 20 sec.

Mehr zu der Studie unter KKH.de.

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