12Feb/09

Mobile.de profitiert von der Autokrise

Zum einen kürzten die Autohändler die Budgets für Printanzeigen und investierten das gesparte Geld teilweise in Onlinemarketing bei Mobile.de. „Unsere Händler-Bannerschaltungen, die bislang eher ein kleiner Markt waren, boomen – wir haben noch nie so viele Händlerbanner verkauft wie im November“, sagte Schmid. Zugleich verzeichne Mobile.de auch einen deutlichen Zuwachs im Geschäft mit den Autoproduzenten. „Wir hatten noch nie so viele Herstellerkampagnen auf unserer Website wie im November. Wir reden hier nicht über zwei, sondern über 15 Kampagnen“, unterstrich Schmid im Automobilwoche-Interview. So habe etwa Opel für das neue Oberklassemodell Insignia ein Werbespezial bei Mobile.de gebucht. „Selbst Hersteller, die unter Druck sind und Einsparungen vornehmen, werben jetzt bei uns für ihre neuen Modelle.“

Zu Jahresbeginn waren rund 30.000 deutsche Autohändler bei Mobile.de registriert, derzeit seien es rund 33.000 professionelle Händler. „Damit haben wir es in einem schrumpfenden Markt geschafft, unsere Marktdurchdringung auf über 80 Prozent zu steigern“, sagte Schmid. Er hält eine Marktabdeckung von 90 Prozent für erreichbar. Die Autobörse verzeichne auch einen Zuwachs bei den Mitarbeitern: „In diesem Jahr haben wir das Personal netto um 15 Prozent aufgestockt und haben aktuell fünf offene Stellen.“ Die Muttergesellschaft von Mobile.de, Ebay, hatte aufgrund des schwachen Geschäftsjahres in Deutschland 100 ihrer 1.250 Stellen abgebaut.

12Feb/09

TMD Friction sieht Insolvenz als Chance für Fusionen

Insolvenzverwalter Frank Kebekus sieht die Chance, das Unternehmen als Ganzes erhalten zu können: „Erste Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Banken verliefen positiv. Sie stehen zu TMD Friction.“
Das Geschäft mit Original-Ersatzteilen laufe derzeit stabil weiter und mache rund zwei Drittel der Umsätze von 690 Millionen Euro (2007) aus. „Bis Ende Januar haben wir auf jeden Fall von allen Produkten ausreichend Vorräte“, unterstrich Whitworth. Zu weiteren Konsequenzen bemerkte er: „In einer Insolvenz steht natürlich alles auf dem Prüfstand. Es ist aus meiner Sicht aber sehr unwahrscheinlich, dass wir Werke in Deutschland schließen werden.“

Entscheidend seien für den weltweit zweitgrößten Bremsbelägehersteller TMD mit insgesamt 2.000 Mitarbeitern in Deutschland nun die nächsten drei Monate: In zwei der vier deutschen Werke wurde bereits auf Kurzarbeit umgestellt, in einem dritten Werk startet sie in wenigen Tagen. Nur im Leverkusener Stammwerk laufe die Produktion vorerst unverändert.
TMD Friction betreibt weltweit elf weitere Standorte mit nochmals 2.500 Mitarbeitern, die aber nicht unter die Insolvenz fallen. Neben einem massiven Nachfrageeinbruch beim Erstausrüster-Geschäft seit Ende September hatten TMD die teurer gewordenen Kreditversicherungen in die Bredouille gebracht.

12Feb/09

Neue E-Klasse von Mercedes deutlich sparsamer

Möglich wird die Reduzierung bei der E-Klasse einerseits durch völlig neue Motoren wie den Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer (M 271), der zum ersten Mal in der E-Klasse zum Einsatz kommt. Auf der Dieselseite erhält die Baureihe den leistungsstarken und sparsamen Vierzylinder OM 651, dessen Fertigung gerade angelaufen ist und der in einer Sonderedition bereits in der C-Klasse verbaut wird. Darüber hinaus hat Mercedes das völlig neue Fahrzeug zum ersten Mal konsequent in Richtung sparsamen Verbrauch entwickelt und dabei besonderen Wert auf eine optimierte Aerodynamik gelegt. Ebenfalls zum Einsatz kommen weitere Maßnahmen wie ein Start-Stopp-System und Kühlerjalousien ähnlich wie bei Efficient Dynamics von BMW. Das Fahrzeug mit dem internen Kürzel W212 soll ab März in den Handel gehen und wird in Detroit im Januar erstmals vorgestellt werden.

12Feb/09

Bis zu 80 Auto-Zulieferer akut von Pleite gefährdet

In diesem Zeitraum seien die Rückgänge bei den Abrufen erheblich gewesen, „aber die Fixkosten der Zulieferer bleiben erhalten. Da wird viel Geld fehlen, was zu einer Verschärfung der Krise führen wird.“ Auch in der Lieferkette von ZF seien einige Unternehmen akut von einer Insolvenz bedroht. Besondere Schwierigkeiten sieht Härter bei Zulieferern, die von Private-Equity-Firmen übernommen wurden und denen die Finanzinvestoren die Zinslast des Zukaufs aufgebürdet haben.

„In der Branche kursieren Namen von circa 80 Unternehmen, die akut insolvenzgefährdet sind“, betonte Zuliefererexperte Marcus Berret von der Unternehmensberatung Roland Berger in der Automobilwoche.

Mit Wagon Automotive, TMD Friction und Tedrive hatten innerhalb weniger Tage gleich drei Zulieferer-Unternehmen Insolvenz anmelden müssen.